Kolumne zum Kleeblatt

Laubenweg 60: Weltmeister Pierre Littbarski am Bratwurstgrill

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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15.9.2022, 05:55 Uhr
Wenn der Weltmeister am Grill vorbeischaut: Bevor Pierre Littbarski (links) seine Bratwürste bekam, musste erstmal ein paar Fotos machen.

© Michael Fischer Wenn der Weltmeister am Grill vorbeischaut: Bevor Pierre Littbarski (links) seine Bratwürste bekam, musste erstmal ein paar Fotos machen.

Der Grillmeister schaute nach oben, sah seinem Gegenüber ins Gesicht – und konnte es zuerst selbst nicht glauben. "Herr Littbarski?", fragte er – und Herr Littbarski nickte freundlich. Es war eine beinahe kindliche Freude, die den fleißigen Mann hinter dem Holzkohlegrill in diesem Moment überkam - eine so große Freude sogar, dass er die Bratwürste kurz mal Bratwürste sein ließ.

In Fürth trifft man ja eher selten einen echten Weltmeister von 1990, noch dazu auf dem Sportplatz des TSV Burgfarrnbach. An einem herbstlichen Samstagnachmittag, in der Halbzeit des Regionalligaspiels zwischen den zweiten Mannschaften des Kleeblatts und des FC Augsburg.

Doch es war wirklich der echte "Litti", der sich in der Pause die guten Bratwürste nicht entgehen lassen wollte. Doch bevor er in den Genuss zweier echter Fränkischer kam, musste er erstmal freundlich in die Handykameras lächeln. Mehrmals.

Der Grillmeister erzählte von seinen persönlichen Erlebnissen bei der Weltmeisterschaft 1990, von seiner Reise durch Italien, immer der deutschen Elf um Pierre Littbarski hinterher, die Andreas Brehme am 8. Juli im Olympiastadion von Rom zum Weltmeistertitel schoss.

Der Weltmeister mit Cola und Bratwurst

Nach dem kleinen Ausflug in die schöne Vergangenheit bekam Pierre Littbarski seine Bratwürste und einen Becher Cola – und ging, dick eingepackt in gleich zwei Daunenjacken, wieder seines Weges. Hinüber auf die schöne, alte Holztribüne auf der Tulpe. Denn er war ja nicht gekommen, um Fotos zu machen und Bratwürste zu essen – auch wenn sich der Weg nach Burgfarrnbach allein aufgrund der dargebotenen Kulinarik lohnt.

Pierre Littbarski war wegen seines Sohnes gekommen, der beim Kleeblatt den Sprung vom Jugend- in den Erwachsenenfußball schaffen will. Derzeit tut sich der junge Lucien damit aber noch relativ schwer, weshalb er am Wochenende auch nicht mit den Profis in Magdeburg, sondern an einem kühlen Samstagnachmittag in Burgfarrnbach Fußball spielen musste.

Das tat er ganz gut, für einen Sieg reichte es aber auch diesmal nicht. Trotz des Besuchs eines echten Weltmeisters.

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