Am Samstag gegen Sandhausen

Mit Volldampf in die "fünfte Jahreszeit": Das Kleeblatt will den Kärwasieg

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

E-Mail zur Autorenseite

30.9.2022, 16:15 Uhr
Der Blick auf die Tabelle kann Kleeblatt-Coach Marc Schneider trotz des ersten Saisonsieges gegen Paderborn noch immer nicht gefallen.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Der Blick auf die Tabelle kann Kleeblatt-Coach Marc Schneider trotz des ersten Saisonsieges gegen Paderborn noch immer nicht gefallen.

Dass in Fürth gerade viele Menschen auffallend gut gelaunt durch die Gegend laufen, könnte natürlich an der am Samstag beginnenden traditionsreichen Michaelis-Kärwa liegen. Einen gewissen Beitrag zum kollektiven Stimmungshoch könnte aber auch die ortsansässige Spielvereinigung geleistet haben. Immerhin hatte sich das Kleeblatt mit dem ersehnten ersten Saisonsieg - noch dazu gegen Tabellenführer SC Paderborn - in die zweiwöchige Länderspielpause verabschiedet.

Auch Trainer Marc Schneider genoss die bislang ungewohnte Arbeitsatmosphäre nach dem erlösenden Befreiungsschlag. "Es ist einfach eine andere Gefühlslage", gestand der Schweizer, "man hat auch den Jungs angemerkt, dass eine gewisse Last von ihnen abgefallen ist, das müssen wir nicht wegdiskutieren." Was wohl auch für Schneider selbst gelten dürfte, dessen Posten am Laubenweg nun wieder etwas gefestigter erscheint.

Nur ein erster Schritt

Schon direkt nach dem 2:1-Coup gegen den Spitzenreiter hatte Schneider allerdings auch mahnend den Zeigefinger gehoben und angemerkt, dass "mit diesem Sieg noch nichts gewonnen" sei. Was so zwar nicht ganz stimmt, denn drei Punkte durfte das Kleeblatt ja schon verbuchen. Doch ist dem 42-Jährigen eben auch bewusst, dass dies für den Tabellenvorletzten nur ein erster Schritt aus der Krise und aus dem Keller gewesen sein kann, dem dringend weitere folgen müssen.

Am Samstag (13 Uhr) bietet sich dazu im Ronhof eine reizvolle Gelegenheit, stellt sich dann mit dem SV Sandhausen doch eine Mannschaft vor, die schon seit sechs Spielen auf einen Sieg wartet. Eine nervenzehrende Situation, die man gerade in Fürth nur allzu gut kennt - und Schneider hofft, dass die Negativserie der Kurpfälzer nicht ausgerechnet jetzt ein Ende findet. Sein Sandhäuser Kollege Alois Schwartz jedenfalls gibt sich angriffslustig: "Wir haben in St. Pauli zuletzt einen Auswärtspunkt geholt, der uns ein bisschen Selbstvertrauen gegeben hat. Jetzt ist es an der Zeit, auswärts auch mal einen Dreier mitzunehmen."

Schneider wiederum verspricht, "dass wir alles dafür tun werden, um wieder eine gute Leistung zu zeigen und die drei Punkte hierzubehalten". Der Kleeblatt-Coach ahnt aber, dass die Partie gegen den Tabellenfünfzehnten kein Selbstläufer werden dürfte: "Wir wissen schon, was auf uns zukommt." Nämlich eine "sehr physische Mannschaft, die unangenehm zu bespielen ist" und "gegen die du im Normalfall nicht viele Chancen bekommst".

Jung braucht noch Zeit

Personell hat sich in der Liga-Pause nicht viel getan. Zwar durften Gideon Jung (Knieverletzung) und Marco Meyerhöfer (Knöchelbruch) im Test gegen den österreichischen Zweitligisten FC Blau-Weiß Linz (2:1) ihr Comeback geben, eine echte Option sind beide aber noch nicht. "Gideon wird sicher noch eine Weile brauchen", sagt Schneider, Meyerhöfer sollte am Freitagabend in der Regionalliga-Partie der U23 beim FC Bayern München II Spielpraxis sammeln.

Weiterhin fehlen wird zudem Langzeitpatient Robin Kehr (Reha nach Kreuzbandriss), dafür steht der zuletzt angeschlagene Luca Itter wieder zur Verfügung. Auch alle Nationalspieler sind von ihren Reisen "gesund und munter zurück", wie Schneider zufrieden berichtete. Es scheint also alles gerichtet für einen erfolgreichen Auftritt im Kärwa-Heimspiel. Und was gäbe es Schöneres, als wenn sich am Samstag in Fürth die Freuden der "fünften Jahreszeit" mit weiß-grüner Fußball-Glückseligkeit paaren würden.

Verwandte Themen


3 Kommentare