1:0 in Feucht

Nur Neuzugang Sieb trifft: Kleeblatt gewinnt Testspiel gegen FK Pardubice

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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2.7.2022, 17:06 Uhr
Schoss das Kleeblatt zum Sieg: Armindo Sieb traf kurz nach seiner Einwechslung.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink Schoss das Kleeblatt zum Sieg: Armindo Sieb traf kurz nach seiner Einwechslung.

Die Stadt Pardubice ist vor allem bekannt für das Velká Pardubická, ein Pferderennen über knapp sieben Kilometer. In Ostböhmen kann man aber nicht nur Tiere beim "Steeplechase" beobachten, sondern auch die Fußballer des Fusionsklubs FK Pardubice, der erst 2008 entstand, seit einigen Jahren aber in der obersten Spielklasse aktiv ist.

In Vorbereitung auf die neue Saison in der "Fortuna Liga", die Ende Juli beginnt, traf sich der tschechische Erstligist am Samstagnachmittag im Waldstadion Feucht mit dem Kleeblatt. Das startet schon in zwei Wochen mit dem Heimspiel gegen Holstein Kiel in die zweite Bundesliga - zeigte beim 1:0 (0:0) gegen Pardubice aber, dass noch einige Arbeit vor dem Trainerteam liegt.

Die Spielvereinigung, bei der zunächst Leon Schaffran im Tor stand, begann wie gewohnt in einem 4-4-2 mit der Abwehrreihe aus Simon Asta (rechts), Sebastian Griesbeck, Oussama Haddadi und Jetro Willems. Das Mittelfeld bildeten Max Christiansen auf der Sechs, Tobias Raschl und Julian Green auf den Achterpositionen in der Raute und Jeremy Dudziak hinter den beiden Angreifern Ragnar Ache und Dickson Abiama.

Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen in der Defensive und einer guten Kopfballchance für Pardubice (9.) kamen die Fürther immer besser in die Partie. Vom eigenen Sechzehner weg ließ das Kleeblatt den Ball immer wieder mit möglichst wenigen Kontakten laufen - so, wie es der Trainer haben möchte. Für die gefälligen Kombinationen gab es immer wieder Applaus von den Rängen, wirklich gefährlich wurde es aber zunächst nicht.

Bis weit in die gegnerische Hälfte sah das Fürther Spiel sehr ansehnlich aus, danach aber trafen die Fürther meist entweder falsche Entscheidungen oder es war ein gegnerischer Fuß im Weg. Allein zwischen der 15. und der 30 Minute versuchten es Jetro Willems, Ragnar Ache, Julian Green und nochmal Willems per Freistoß, jubeln aber durften die Weiß-Grünen nicht.

Kurz darauf wechselte Marc Schneider erstmals. Für Dudziak, der nur eine halbe Stunde spielen sollte, kam Devin Angleberger, Green übernahm die Zehn. Ein paar Minuten vor der Pause blieb Simon Asta verletzt liegen, wurde für Oualid Mhamdi ausgewechselt - und rannte, ganz Mentalitätsspieler, wenig später trotzdem wieder auf den Platz. Zu Beginn des zweiten Durchgangs durften dann auch die Neuzugänge Sidney Raebiger und Armindo Sieb sowie Torhüter Andreas Linde mitspielen.

Sieb zeigte in der 48. Minute, warum die Fürther große Hoffnungen in ihn setzen. Am Sechzehner ließ er einen Gegner aussteigen und haute den Ball dann passgenau zum 1:0 in den Winkel. Nach einer Stunde wechselte Marc Schneider auch seine restlichen Spieler ein - darunter mit Innenverteidiger Tyron Duah, Rechtsverteidiger Nathanas Zebrauskas und Willi Kamm, der neben Sieb stürmen durfte, auch drei aus der U23.

Nicht zum Einsatz kamen neben den verletzten Luca Itter und Afimico Pululu auch Timothy Tillman, den laut Rachid Azzouzi zuletzt muskuläre Probleme plagten, Kapitän Branimir Hrgota wegen Magen-Darm-Problemen sowie Gideon Jung, dessen Knie weiter Probleme macht. Das stark verjüngte Kleeblatt hatte danach zunächst einige defensive Probleme, Andreas Linde, der nach Julian Greens Auswechslung die Kapitänsbinde trug, hielt aber die wenigen Versuche, die auf sein Tor kamen.

Sieb und Raebiger stechen heraus

Danach hätten die Fürther noch einige Tore schießen können, ja fast müssen. 20 Minuten vor Schluss schoss Nils Seufert knapp vorbei, Siebs Versuch wurde auf der Torlinie noch geblockt, dann ließ sich der sehr auffällige Angreifer beim Abschluss noch entscheidend stören. Der wild zusammengestellten Mannschaft war genau das anzumerken, wirklich schöne Kombination sah man bis zum Schlusspfiff nicht mehr.

Dafür zeigten Sieb (19) und Raebiger (17), dass sie trotz ihres jungen Alters durchaus Optionen für den baldigen Saisonstart sein können. Sieb sorgte offensiv für weitaus mehr Gefahr als Abiama in der ersten Hälfte, Raebiger bestach erneut mit erstaunlicher Ruhe und Ballsicherheit für einen Teenager. Der Rest der Jugend aber tat sich bisweilen schwer. Um 17 Uhr war Schluss - und Coach Marc Schneider war, wie er hinterher erklärte, nur mit einer Sache zufrieden: dem Ergebnis.

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