Sieb trifft

Premiere mit Sieg: Kleeblatt gewinnt bei Zornigers Debüt 1:0 gegen Bielefeld

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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28.10.2022, 20:28 Uhr
Endlich wieder jubeln: Die Fürther Marco John und Branimir Hrgota feiern das 1:0 von Armindo Sieb.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Endlich wieder jubeln: Die Fürther Marco John und Branimir Hrgota feiern das 1:0 von Armindo Sieb.

Am Abend vor seiner Premiere wandte sich Alexander Zorniger persönlich an die Fans. Der neue Trainer des Kleeblatt sprach in einer Videobotschaft über die schwierige Lage, darüber, dass die Menschen "alles Recht" hätten, "unzufrieden zu sein", endete dann aber mit einem Versprechen. "Wir hauen alles rein", betonte Zorniger. "Lasst uns das zusammen ziehen. Wir wir wollen Siege feiern mit dem Team, ihr wollt Siege feiern mit euren Kumpels im Fanblock. Lasst uns richtig Gas geben. Und ab 20.30 Uhr außerhalb des Stadions nochmals Gas geben."

Das Kleeblatt haute gegen Bielefeld tatsächlich alles rein, gab Gas - und durfte deshalb um kurz vor Halb Neun den zweiten Saisonsieg feiern. Mit dem 1:0 springt Fürth zumindest für eine Nacht auf Platz 16.

Wer unter der Woche das Training gesehen hatte, den überraschte Zornigers Startelf nicht. Die Spielvereinigung, bei der Timothy Tillman und Julian Green erkrankt fehlten, begann in einem 3-4-1-2 mit der Dreierkette aus Sebastian Griesbeck, Damian Michalski und Oussama Haddadi, auf der rechten Abwehrseite kehrte Marco Meyerhöfer nach seinem Knöchelbruch zurück.

Weiter vorne gab Kapitän Branimir Hrgota erneut den Zehner, diesmal hinter den beiden Spitzen Ragnar Ache und Armindo Sieb. Der 19-Jährige, der zuletzt fünfmal auf der Bank gesessen war, probierte es nach sieben Minuten zum ersten Mal, seinen Schuss aufs kurze Eck parierte Martin Fraisl aber. In der Anfangsphase wirkte das Kleeblatt weitaus selbstbewusster als in den vergangenen Wochen, spielte wieder mehr Fußball - allerdings ohne wirklich gefährlich zu werden.

Alexander Zorniger schien der Vortrag seiner Mannschaft nicht gänzlich zu gefallen. Mitte der ersten Hälfte legte der neue Trainer seine Jacke ab und coachte lautstark und gestenreich im T-Shirt. Auch danach klappte bei weitem nicht alles, das hatte aber auch niemand erwartet beim Spiel des 18. gegen den 17. Nach einer halben Stunde stellte das Kleeblatt seinen Trainer, der zwischenzeitlich seine Jacke wieder angezogen hatte, jedoch zufrieden - und ließ ihn erstmals im Ronhof jubeln.

Branimir Hrgota behauptete den Ball auf engem Raum stark, sein erster Schussversuch wurde aber geblockt. Sekunden später fiel der Ball im Bielefelder Strafraum dem jungen Sieb vor die Füße, der die Spielvereinigung mit seinem ersten Zweitligator in Führung schoss. Zorniger jubelte ausgelassen, strahlte - und musste dann mit ansehen, wie Schiedsrichter Felix Brych, offenbar wegen Kniebeschwerden, kurz in der Kabine verschwand. Auch nach der Pause blieb das Kleeblatt die bessere Mannschaft - und wäre fast mit einem 2:0 in die Halbzeit gegangen.

Max Christiansen setzte auf der rechten Außenbahn stark nach und flankte auf Hrgota, der die Hereingabe direkt nahm. Sein Volley wäre auch ins Tor geflogen, doch Bielefelder Guilherme Ramos rettete auf der Linie - und hielt die Arminia damit im Spiel. Nach der zweiten und längeren Pause legte das Kleeblatt sofort wieder gut los. 30 Sekunden nach Wiederbeginn dribbelte Meyerhöfer von rechts an den Strafraum und suchte, Ache, dessen Schuss Fraisl zur Seite abwehren konnte.

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff hatte Bielefelds Trainer Daniel Scherning genug gesehen und brachte mit Bryan Lasme und Janni Serra zwei frische Stürmer. Die nächste Chance hatte aber erneut das Kleeblatt, doch auch Siebs Schuss aus 16 Metern war kein größeres Problem für Fraisl (57.). Es war die letzte Aktion des umtriebigen Angreifers, der in er 64. Minute Feierabend hatte und für Dickson Abiama Platz machte.

Erst drei Minuten später schoss der eingewechselte Bielefelder Sebastian Vasiliadis erstmals auf das Fürther Tor, sorgte damit aber nur für wenig Gefahr. Danach spielte erneut nur das Kleeblatt. Doch die Versuche von Raschl (70.) und Hrgota (78.) brachten nicht den gewünschten Erfolg. Deshalb mussten die Fürther gegen einen sehr schwachen und harmlosen Gegner lange zittern - unnötig lange.

In er 90. Minute verpasste der eingewechselte Dickson Abiama die Entscheidung. In der Nachspielzeit grätschte Michalski bei einem Konter in höchster Not gegen Lasme und rettete so das 1:0 - das Schiedsrichter Brych um 20.22 Uhr mit seinem letzten Pfiff besiegelte. Die Fans sangen: "Unser Kleeblatt, das wird niemals untergehen."

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