Vom Titelgewinner zum Fürther Abstiegskämpfer

So will Neuzugang Cedric Itten das Kleeblatt besser machen

7.9.2021, 17:05 Uhr

"Ich will vorangehen und ein echter Teamplayer sein", sagt Neuzugang Cedric Itten, der bei Fürth im Sturmzentrum eingeplant ist. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Eigentlich trennen die Schweiz und Schottland nur vier Flugstunden. Was den Fußball angeht, fühlte sich Cedric Itten trotzdem, als sei er auf einem anderen Planeten gelandet. "In der schottischen Liga spielen zwei Teams um den Titel, alle anderen verteidigen extrem", erzählt Itten eine Woche nachdem er seinen neuen Arbeitsplatz bezogen hat, der nur noch eine Flugstunde von seiner Heimat entfernt liegt.

Was das konkret bedeutet: "Die Gegner stehen oft zu zehnt in der Box, spielen zum Teil ohne Stürmer, es wird mehr durchgelassen, einen Videoschiedsrichter gibt es nicht." Klingt nicht nach besonders viel Spaß, wenn man selbst Stürmer ist.

Auf Anhieb Meister in Schottland

Tatsächlich hatte der Schweizer Cedric Itten in Schottland aber jede Menge Spaß. Weil ihn mit den Glasgow Rangers einer der beiden Klubs verpflichtet hatte, die um den Titel spielen, durfte er auch weiterhin Stürmer bleiben. "Wir haben schon versucht, Fußball zu spielen", erzählt der 24-Jährige, "es ging darum, mich zwischen den Linien zu bewegen und möglichst wenig den Kontakt zu suchen." Das ist in Schottland in der Regel effektiver - und tut weniger weh. Am Ende seiner ersten Saison hatte Itten nicht nur um den Titel gespielt, er hatte ihn sogar gewonnen.

Trainer Steven Gerrard, Legende des Liverpooler FC, wollte ihn unbedingt haben, nachdem Itten beim FC St. Gallen in 42 Spielen 22 Tore erzielt hatte. Wirklich durchsetzen konnte er sich gegen Kemar Roofe oder Alfredo Morelos aber nicht und weil sich das in dieser Spielzeit wohl nicht wirklich geändert hätte, ließ er sich kurz vor Transferschluss nach Fürth verleihen. "Die Gespräche mit den Verantwortlichen und die familiäre Art und Weise, wie hier gearbeitet wird, haben mich überzeugt", sagt Itten.

Leitl hat Itten schon länger beobachtet

Trainer Stefan Leitl hatte ihn schon länger beobachtet, einmal sogar live und in Farbe bei einem Aufeinandertreffen in einem Testspiel. "Er hat eine sensationelle Saison bei St. Gallen gespielt", sagt Leitl, "aber es ist schwierig, so einen Spieler zu bekommen." Rund 2,75 Millionen Euro bezahlte der Rangers FC, um Itten zu verpflichten, nun machen die Umstände zumindest eine Leihe möglich. Nach dem langfristigen Ausfall von Jessic Ngankam haben sie beim Kleeblatt noch ein Angreifer gesucht, der Robustheit und Dynamik vereint.

Im Testspiel gegen Jahn Regensburg (2:1) stand er vergangene Woche gleich genau richtig, nun soll er sein Talent auch in der Bundesliga vorführen. Wie er die Spielvereinigung Greuther Fürth besser machen will? "Ich habe einen großen Willen und gebe alles für das Ziel Klassenerhalt", sagt er, und: "Ich will vorangehen und ein echter Teamplayer sein." In einer Liga, in der meistens zwar auch nur zwei, drei Mannschaften um den Titel spielen, in der zum Glück aber eigentlich nie auf Stürmer verzichtet wird.​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​

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