Schneider wird laut

Trainer-Ausraster, gute Nachrichten: So war das Mittwochs-Training des Kleeblatts

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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7.9.2022, 13:59 Uhr
Am Mittwoch kurz mal sehr laut beim Training: Fürths Chef-Coach Marc Schneider. 

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Am Mittwoch kurz mal sehr laut beim Training: Fürths Chef-Coach Marc Schneider. 

In den vergangenen drei Monaten erlebte man Marc Schneider meist als sehr entspannten Menschen. Als einen, der in sich ruht, den nichts so schnell aus der Fassung bringt. Doch die sportliche Krise seiner Spielvereinigung lässt auch den Trainer nicht kalt. Und sie sorgt dafür, dass auch Marc Schneider mal lauter wird. Bei der Trainingseinheit am Mittwochvormittag hatte der 42-Jährige irgendwann zu viel gesehen - und rastete aus.

Auf der Kronacher Hard sah man einen ganz anderen Marc Schneider als den freundlichen, der er in seiner Anfangszeit gewesen war. Was genau der Grund für seinen lautstarken Wutausbruch war, war aus der Entfernung nicht genau zu erkennen. Offenbar missfiel ihm die Haltung einiger Spieler, die sich zu viel mit Nebensächlichkeiten beschäftigten. Schneider drohte diesen, sie in die Kabine zu schicken - und wurde auf dem zweiten Feld der kleinen Spielform kurz darauf nochmal laut.

Einer der Gründe war offenbar, dass sich einige zu sehr über vermeintliche Abseitsstellungen beschwerten statt mit vollem Einsatz Fußball zu spielen. Also schrie Schneider nochmal herum, wieder verbunden mit der Drohung, sie zum Duschen zu schicken - und dem Hinweis, dass sie gerne den Linienrichter geben könnten. Es musste anscheinend einiges raus. Nach der knapp zweistündigen Einheit versammelte der Trainer seine Mannschaft nochmal und redete ihr lange zu.

Sie solle, so viel war aus der Entfernung zu verstehen, sich "nur an den Sachen orientieren, die ihr ändern könnt" und forderte, den "Fokus auf das, was wichtig ist", zu richten. Denn genau das hatten die meisten während der Einheit immer wieder vergessen - zum Beispiel die ganz einfache Aufgabe, nicht nur zu spielen, sondern auch Tore zu schießen.

Es gab aber auch gute Nachrichten an diesem etwas anderen Mittwoch. Sebastian Griesbeck absolvierte nach seiner Wadenverletzung bereits einen Teil des Mannschaftstrainings, übte zwischendrin mit Athletiktrainer Michael Schleinkofer, stieg am Ende aber sogar bei den Zweikämpfen wieder mit ein. Gideon Jung und Marco Meyerhöfer konnten sogar das komplette Programm durchziehen - und auch der zuletzt angeschlagene Luca Itter wirkte, als wäre er nie weggewesen.

Dafür fehlte Simon Asta, der sich am vergangenen Samstag gegen Sankt Pauli am Knie verletzt hatte und zehn Minuten darauf ausgewechselt werden musste. Schon in der Vorwoche hatte der Rechtsverteidiger mit einer Bandage am rechten Knie trainiert. Die Probleme sind also nicht neu. Eine genaue Diagnose gebe es noch nicht, erzählte Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi, der die Mittwochs-Einheit komplett verfolgte. Man müsse "von Tag zu Tag schauen", so Azzouzi. Asta selbst fühle sich aber gut.

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