Vorzeitiges Comeback

Wie ein Rückkehrer in Fürth alle glücklich macht

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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24.9.2022, 05:58 Uhr
Zurück auf dem Platz, zurück in den Zweikämpfen: Marco Meyerhöfer hat sich beeilt.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Zurück auf dem Platz, zurück in den Zweikämpfen: Marco Meyerhöfer hat sich beeilt.

Die ganz große Bühne war das noch nicht, für Marco Meyerhöfer aber hat sie sich wunderschön angefühlt. Am Donnerstagabend überbrückte die Spielvereinigung Greuther Fürth die Länderspielpause mit einem Test gegen den österreichischen Zweitligisten Blau-Weiß Linz. 860 Zuschauer waren in den Ronhof gekommen, am Ende stand es 2:1 für das Kleeblatt - kein Ereignis, das man in Erinnerung behalten würde.

Das man es diesmal doch tut, liegt am Rechtsverteidiger der Fürther, der da in der ersten Halbzeit auf dem Platz stand. Marco Meyerhöfer war ein Leistungsträger des Kleeblatts, ein Hoffnungsspender auch in den düsteren Erstliga-Monaten. Dann die sportliche Katastrophe. Beim Auswärtsspiel in Frankfurt brach sich Meyerhöfer nach einem Zweikampf den Knöchel. Minutenlang wurde Meyerhöfer auf dem Platz behandelt.

Es gibt Videos von diesem schrecklichen Unfall. Meyerhöfer hat sie sich nicht angesehen. Die Bilder haben ihm gereicht: "Ich habe die Fotos gesehen, wie der Fuß stand. So hat es sich auch angefühlt." Sechs bis acht Monate, sagten ihm damals die Ärzte, würde es dauern, bis er wieder mit den Kollegen auf dem Platz stehen könnte. Jetzt sind etwas mehr als fünf vergangen - und Meyerhöfer kann wieder Fußball spielen.

45 Minuten eines Testspiels zwar nur, aber beim Kleeblatt freuen sie sich natürlich alle über die Geschwindigkeit von Meyerhöfers Genesung - zumal gegen Linz ja auch Innenverteidiger Gideon Jung sein Comeback gab (und mit der Gelb-Roten Karte vom Platz flog). "Marco ist schon weiter", sagte nach dem Spiel Trainer Marc Schneider über die beiden Rückkehrer, "es ist ein gutes Zeichen, dass er Luft für mehr als 45 Minuten gehabt hat."

"Du hast keine Chance"

Schneider weiß, dass sie in Fürth jetzt trotzdem noch Geduld brauchen. Als er noch Spieler war, musste er mal lange aussetzen nach einer Operation an den Achillessehnen. Nicht ganz so schwer die Verletzung wie jetzt bei Meyerhöfer, aber Schneider spricht schon aus Erfahrung, wenn er darüber spricht, wie kompliziert es ist, zurück zu kommen.

"Du trainierst so lange alleine und denkst, dass du fit bist. Dann machst du die erste Einheit mit den Kollegen und merkst: Du hast keine Chance", sagt Schneider über seine Erfahrungen. Das Gefühl für den Ball muss Meyerhöfer wieder entwickeln und seinem Körper wieder vertrauen. "Das ist auch eine mentale Geschichte, die du überwinden musst. Das geschieht jeden Tag, indem du Pressschläge hast. Irgendwann vergisst du das. Dann bist du wieder einen Schritt weiter", sagt Schneider.

Über die Regionalligamannschaft wollen sie Meyerhöfer jetzt wieder an die Anforderungen des Profifußballs heranführen. "Wir wollen das kontinuierlich steigern", sagt Schneider. Und bald darf Meyerhöfer dann wieder auf die großen Zweitliga-Bühnen.

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