Sukalo: Kleeblatt-Krieger fehlt mit dickem Knöchel

15.12.2014, 05:59 Uhr
Klapps auf Hinterkopf nach Schlag aufs Fußgelenk: Goran Sukalo (rechts).

© Sportfoto Zink Klapps auf Hinterkopf nach Schlag aufs Fußgelenk: Goran Sukalo (rechts).

Ein Band ist durch, ein anderes angerissen: Goran Sukalo hatte am Freitagabend nach der Pause noch einmal die Zähne zusammengebissen - doch es ging nicht mehr. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff humpelte er vom Feld. Sein rechtes Fußgelenk hatte bereits in der zehnten Minute einen Treffer abbekommen. Wer weiß, ob er ohne Schmerzen den Ball nicht noch ein wenig hätte drücken können, den ihm Stephan Schröck in der 20. Minute von der Ecke aus zugeflankt hatte? So aber landete die Kugel auf der Querlatte und von dort im Toraus.

Nun muss die Mannschaft in den letzten beiden Partien des Jahres gegen Bochum am Dienstag und im Frankenderby am Samstag auf die Erfahrung des 33 Jahre alten "Kriegers", wie ihn Trainer Frank Kramer nennt, verzichten. Ob auch Florian Trinks vorzeitig Winterpause hat, wird sich im geheimen Montagstraining herausstellen. Der offensive Mittelfeldspieler hatte das Aufwärmprogramm mit Schmerzen in den Adduktoren abgebrochen.

Leipzig wankte nicht

Er verpasste dadurch ein Spiel, wie es sich nur ein Masochist ausdenken kann. Stück für Stück hatte Kramer seine Mannen nach zwei derben Heimpleiten psychisch und spieltaktisch aufgebaut. Zuletzt ermauerten sie sich zwei torlose Unentschieden. Den dritten Aufsteiger in Folge hatten sie an den Rand einer Niederlage gebracht. Doch die Leipziger wankten nicht, sondern nutzten ihre einzige Gelegenheit zum Siegtor.

Gästetrainer Alexander Zorniger erklärte die Entstehung: "Wir haben uns überlegt: Gegen die Einsneunzig Jungs, da jagen wir das Ding flach rein." Niklas Hoheneder staubte in der 76. Minute die flach getretene Ecke nach einem Abpraller von Fürths Keeper Wolfgang Hesl ab.

Erst danach liefen die Weiß-Grünen Sturm aufs Leipziger Tor. Doch Robert Zulj, Zsolt Korcsmar und Benedikt Röcker scheiterten. "Das Optimum wäre, wenn dieser Effekt, mutig aufs gegnerische Tor zu spielen, früher eingetreten wäre", umschrieb es Fußballdirektor Michael Mutzel.

Mutig war durchaus auch die Aufstellung gewesen, die Frank Kramer auf die Taktiktafel gemalt hatte: In einer Mittelfeldraute stand erstmals Stephan Schröck hinter und zwischen der Doppelspitze - eine Position, die er bereits im Testspiel gegen Regionalligist SV Seligenporten in der vergangenen Länderspielpause gut ausfüllte. "Wer Schröcki schon seit der Jugend kennt, weiß, dass er da vorne spielen kann und für den Gegner richtig unangenehm ist", erklärte Kramer damals.

Dennoch muss sich Fürths Trainer nach diesem Ergebnis nun fragen lassen: War es zu riskant, ausgerechnet jetzt etwas Neues auszuprobieren? Stephan Fürstner, der diesmal nicht mit Sukalo die Doppelsechs bildete, sondern mit Marco Stiepermann davor stand, verneint das: "Am System lag’s nicht, wir bringen die fußballerischen Mittel mit, um die Rolle auszufüllen." Es gebe vielmehr, nunja, andere Gründe: "Natürlich stimmen die Ergebnisse nicht, wenn du die Scheiße an den Hacken hast."

Michael Mutzel, der in der kommenden Transferperiode schon für die Kaderplanung zuständig ist, lässt durchblicken, dass er dem aktuellen Personal in der Offensive vertraut: "Ich kenne solche Phasen aus meiner Zeit als Spieler."

Aus einem Tor und einem Sieg könne schnell ein Lauf werden. Auch der enttäuschte Kramer schwingt jetzt nicht die verbale Keule. Weder gegen seine Stürmer, die nicht mehr treffen, noch gegen seine zu braven Spieler, die nur rund halb so viele Fouls begingen wie die Leipziger (12:20). Auch nicht gegen Thomas Pledl, dem nicht viel gelang - ausgerechnet auf der rechten Außenbahn, die in der Vorsaison mit Daniel Brosinski zu Fürths Waffen gehörte. "Man darf nicht vergessen: Wir haben es mit jungen Burschen zu tun. Wenn man da nicht die Geduld hat, dann ist man als Ausbilder falsch."

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