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Trotz Maskenpflicht: Franke gewinnt Straßenlauf in Südkorea

Adrian König-Rannenberg über ein erinnerungswürdiges Kapitel seiner Karriere - 16.11.2020 07:11 Uhr

Läufer Adrian König-Rannenberg trat im Trikot des LSC Höchstadt erstmals bei einem Rennen in Südkorea an, trug dabei allerdings eine Maske.

15.11.2020 © Theo Kiefner


Für seinen Arbeitgeber zog der Turnschuh-Entwickler Anfang des Jahres 2020 ins südkoreanische Busan, kehrte mitten im Corona-Sommer nur kurz für die Teilnahme an der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft zurück in die Heimat. Nun schrieb er in Fernost ein neues Kapitel seiner Karriere.

So ein Lauf wäre in Deutschland momentan undenkbar. Wie kam es dazu?
Adrian König-Rannenberg: Auch in Korea ist die Lage ziemlich eingeschränkt. Dass der Lauf stattfinden konnte, war also besonders. Es war mein erstes Rennen hier, obwohl ich seit einem Jahr in Südkorea bin. Die Lage verbessert sich, gerade im Vergleich zu Deutschland. Das liegt auch an den strikten Maßnahmen.

Was sind das für Maßnahmen?
Es gibt drei Dinge, die hier permanent gemacht werden: Immer, wirklich immer eine Maske tragen. Am besten aufsetzen, bevor man sich die Zähne putzt. Es wird ständig die Temperatur gemessen – egal ob im Einkaufszentrum oder im Café. Personalien werden über eine App auf dem Handy hinterlegt. Datenschutz spielt hier keine Rolle. Und man muss sich überall die Hände desinfizieren, auch im Bus. Aber die Mentalität hier ist anders. Permanent Maske tragen war lange freiwillig, aber trotzdem hat es jeder gemacht.

Beim Laufen hatten Sie auch eine auf?
Tatsächlich. Die ganzen zehn Kilometer. Ich hatte am Ende nur ein nasses Etwas im Gesicht.

Aber sie hat sie scheinbar nicht behindert. Immerhin haben Sie gewonnen.
Die Zeit hätte auf jeden Fall besser sein können. Es ist machbar, auch wenn es eine Herausforderung ist. Aber man kann mit einer Maske laufen.

War das eine Sportmaske?
Alle Masken, die hier zugelassen sind, müssen dicht sein. Eine atmungsaktive Sportmaske wäre nicht erlaubt.

Wie groß war dieser Lauf?
Es war ein öffentliches Rennen, ein recht bekanntes Event. Es gab Hobbylauf, Zehn-Kilometer-Lauf, Halbmarathon, Marathon. Das Teilnehmerfeld war groß und es wurde dicht an dicht gelaufen.

Zuschauer waren nicht zugelassen. Oder?
Doch, es ging mitten durch die Stadt und am Rand standen massenhaft Leute. Es war gegen alle meine Erwartungen coole Stimmung. Es war surreal.

Wird es weitere Wettkämpfe geben?
Anscheinend schon. Allerdings kann ich als Ausländer nicht an Events des koreanischen Leichtathletikverbands teilnehmen. Deshalb hoffe ich, dass ich nächstes Jahr nach Japan reisen kann.

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Interview: ALEXANDER PFAEHLER

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