Dienstag, 10.12.2019

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Turner des MTV Stadeln: "Hallensituation ist katastrophal"

Die Nachwuchsarbeit ist aktuell trotz eingeschränkter Trainingsmöglichkeiten top - 12.11.2019 13:09 Uhr

Anna Kotulla zeigt beim Bodenturnen ihre enorme Sprungkraft. © Foto: Uwe Schwarzbach


Beim MTV Stadeln tut sich etwas. Zum ersten Mal hat der Verein mit seinen Nachwuchsturnerinnen an den Kür-Wettbewerben der Bezirksmeisterschaften in Röttenbach teilgenommen. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen: die Stadelnerinnen erzielten mit der Mannschaft auf Anhieb den Vizemeistertitel und ließen dabei sogar den TV Fürth 1860 hinter sich.

Auch bei den Pflichtwettbewerben, in denen im Gegensatz zur Kür die Übungen vorgeschrieben sind, lesen sich die Ergebnisse positiv. Die C-Jugend sicherte sich den Bayernpokal und schaffte damit die Qualifikation für den Entscheid Mittelfranken-Oberpfalz.

Dort ist ihr der Einzug ins Landesfinale gelungen. In Bad Tölz treten am 23. November die zwölf besten Mannschaften Bayerns an. Auch der Nachwuchs in den Jahrgängen 2010 und 2011 erturnte sich beim Bayernpokal den ersten Platz. Abteilungsleiterin Christine Wiedenbauer ist der Stolz anzumerken: "Das war eine riesige Überraschung für uns, wir sind einfach nur stolz auf unsere Turnerinnen."

Die 53-Jährige zählt auf, in welchen Disziplinen ihre Sportlerinnen erfolgreich sind: Sprungtisch, Stufenbarren, Schwebebalken und Bodenturnen. Für jedes Gerät stellt der Verein einen Trainer, der in der Julius-Hirsch-Halle oder der kleineren Turnhalle der Maischule ein genaues Auge auf die Athletinnen hat. "Dadurch können wir die individuelle Förderung stärken", betont Wiedenbauer.

Kein leichtes Training

20 Turnerinnen hat der MTV in seiner Leistungsgruppe, neun ist die jüngste, 17 die älteste. Das Training ist kein Zuckerbrot. Neben der Schule trainieren die Mädchen zwei Mal in der Woche für drei Stunden. Doch der Rahmen stimmt: "Wir haben in der Julius-Hirsch-Turnhalle die volle Ausstattung, das hilft uns sehr."

Trotz der optimalen Trainingsbedingungen dort – an eine Vergrößerung des Leistungsturnerbereichs denkt der Verein im Moment nicht. "Zum einen bräuchten wir mehr ehrenamtliche Trainer, zum anderen herrscht in Fürth ein Mangel an Sportstätten", erklärt die 53-Jährige. Die Hirsch-Turnhalle sei häufig ausgebucht, eine eigene Sportstätte hat der Verein nicht. "Die Hallensituation in Fürth ist aktuell katastrophal", klagt Wiedenbauer.

Trotz des stadtbekannten Problems sieht sich der MTV im Moment optimal aufgestellt. 80 Kinder sind derzeit im Breitensport aktiv, weitere 20 sind in der Leistungsgruppe. "Wir haben im Moment eine riesige Nachfrage", zeigt sich die Cheftrainerin erfreut. Aus dem Stamm des Breitensports haben dann die Mädchen die Möglichkeit, sich für die Leistungsgruppe zu empfehlen.

Doch ein Problem kann auch der MTV Stadeln nicht wegdiskutieren: den Mangel an erwachsenen Turnern. Derzeit ist in Stadeln nur die Jugend im Turnen aktiv. Ausbildung und Studium kosten zu viel Zeit, bestätigt Wiedenbauer.

Zu wenige Übungsleiter

Wer einmal mit dem Turnen aufgehört hat, fängt es meist nicht wieder an. Vielleicht auch wegen des mangelnden Angebots? Wiedenbauer verweist auf die Notwendigkeit von ehrenamtlichen Übungsleitern: "Für ein Abendtraining, das nötig wäre, hätten wir gar nicht genügend Trainer. Dazu kommen noch die fehlenden Hallenkapazitäten."

Doch das hält die Stadelner nicht davon ab, weiter erfolgreich Jugendarbeit zu leisten. Denn erfolgreich turnen, das können die MTV-Mädchen – in der Kür und in der Pflicht.

MARKUS EIGLER

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