Vier für Valerien: Veredelungspläne gegen Leipzig

15.10.2014, 17:05 Uhr
Das Duell gegen RB Leipzig bedeutet das nächste

Das Duell gegen RB Leipzig bedeutet das nächste "Vier für Valerien". © Sportfoto Zink

Gefahrenherd Poulsen: Auf einen Mann müssen die Spieler von Valerien Ismael besonderes Augenmerk legen. Mit Yussuf Poulsen haben die Sachsen einen äußerst treffsicheren Stürmer in ihren Reihen. Bereits sechs Mal ließ es der Danish-Dynamite-Youngster in dieser Saison klingeln, einen weiteren Treffer bereitete er vor. Damit ist antritts- und durchsetzungsstarke Poulsen an der Hälfte aller Leipziger Tore beteiligt und rangiert aktuell auf dem zweiten Platz in der Rangliste der besten Angreifer. Beeindruckende Zahlen für den Mann aus Kopenhagen also, die belegen, dass viel Arbeit auf den Nürnberger Abwehrverbund zukommt.

Tradition kontra Geld: Wenn der 1. FC Nürnberg und RB Leipzig am Freitag aufeinandertreffen, dann kommt es zum Duell grundverschiedener Vereine. Auf der einen Seite der Club, der auf eine über 114-jährige Geschichte zurückblickt. Eine Historie, die gespickt ist mit zahlreichen positiven und negativen Rekorden. Auf der anderen Seite RB, das unter Fußballromantikern gerne als Retortenklub bezeichnet wird, weil es eben keine Tradition vorweist. Vielmehr schickt sich Leipzig an, mit großzügiger Unterstützung vom Brause-Imperium Red Bull, den Durchmarsch in die Bundesliga zu schaffen. Diese Tatsache bekommt der Verein nicht erst seit gestern zu spüren, wie zahlreiche Fanproteste unter dem Motto „Nein zu RB“ zeigen.

Das Video zum Spiel des 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig in Kooperation mit frankenfernsehen.tv

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick, der unter anderem bei Schalke 04 in der Verantwortung stand, kennt beide Seiten und bekundete nach der Nürnberger 0:3-Pleite in Karlsruhe und der Abgabe der Trikots an die Ultras via Bild-Zeitung Mitleid: "Mir tun diese Traditionsklubs in dieser Hinsicht fast schon ein bisschen leid."

Keine Fußball-Geschichte, Pustekuchen: Man könnte also meinen, Leipzig ist eine Fußballlandschaft ohne Geschichte – von wegen! Gut, für RB – 2009 gegründet – mag dies gelten. Für die anderen Ballsport-Repräsentanten der Messestadt – so auch Sachsen Leipzig und Lok Leipzig - keineswegs. Der VfB Leipzig wurde 1903 erster Deutscher Meister und wiederholte sich 1906 und 1913. In der Bundesliga-Saison 1993/94 kehrte der VfB ins Blickfeld Fußball-Deutschlands zurück. Trotz Winter-Neuzugang Darko Pancev – mit Roter Stern Belgrad hatte sich der Angreifer 1991 noch den Weltpokal und als treffsicherster Schütze Europas den Goldenen Schuh geschnappt - ging's für ihn nach nur einer Oberhaus-Spielzeit wieder runter.

Gleiches galt für den FCN, der den Verein für Bewegungsspiele im Oktober 1993 zuvor jedoch mit 5:0 aus dem eigenen Stadion watschte. Torschützen: Golke, Zarate, Wück, Sutter, Kubik. RB ist nicht der VfB. Und der Club vielleicht auch nicht der Club von damals.

Oberlausitzer Veredelungspläne: Für Robert Koch, Nürnbergs Neuzugang aus Dresden, bedeutet das Kräfemessen mit den Leipzigern ein Duell mit Landsleuten. Sollte man zumindest meinen. Doch der gebürtige Löbauer ist nur vordergründig Sachse. Der NZ diktierte der 28-Jährige dialektfrei ins Blatt, dass in der Oberlausitz, dort also wo Löbau liegt, „nichts mit sächsischen Lauten“ sei. Motiviert ist der einsatzfreudige Blondschopf vielleicht auch deswegen. “Wir sind der Club. Wir spielen zuhause“, sagte Koch jüngst bei Club-TV. Mit dem Zusatz, dass man das Top-Spiel am Freitag “mit drei Punkten veredeln“ wolle. Ein Plan, den auch seine Kollegen haben sollten.

Das Video der Club-Pressekonferenz wird präsentiert von FrankenFernsehen.tv:

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