Ehemaliger Leichtathlet

Ansbacher Felix Straub holt EM-Silber im Viererbob

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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22.1.2023, 17:10 Uhr
EM-Silber: Felix Straub (Zweiter von links) bei der Siegerehrung in Altenberg.

© Robert Michael, dpa EM-Silber: Felix Straub (Zweiter von links) bei der Siegerehrung in Altenberg.

Die Konkurrenz ist durchaus namhaft und hat vor allem viel mehr Erfahrung. Felix Straub musste sich somit erst mal hintenanstellen, als er im Sommer überraschend seinen Wechsel von der Leichtathletik in den Bobsport bekanntgab.

Der gebürtige Ansbacher, im Trikot des TV Dietenhofen, des LAC Quelle Fürth und zuletzt des SC DHfK Leipzig lange ein zwar überdurchschnittlich guter, aber eben kein Weltklasse-Sprinter, wollte sich nicht mehr mit Mittelmaß zufriedengeben. „Ich hätte mir zwar zugetraut, über 200 Meter noch eine 20,5 Sekunden zu laufen, vielleicht auch eine EM-Norm, aber da hätte ich mein Limit dann schon gesehen“, sagte er in einem Interview.

Zudem sei seine Ausbildung bei der Polizei mittlerweile recht zeitintensiv, so dass er nicht mehr wie gewohnt hätte trainieren können. Leichtathletik-Bundestrainer Ronald Stein, früher selbst Bob-Juniorenweltmeister, stellte deshalb unter anderem den Kontakt zu Francesco Friedrich her, der absoluten Nummer eins im Eiskanal.

Zweimal Zweiter

Mitte Dezember beim Weltcup in Lake Placid debütierte Straub in Friedrichs Viererbob, eine Hundertstelsekunde fehlte damals zum Sieg; am Sonntag in Altenberg durfte Straub den bereits am Samstag im Zweierbob mit angetretenen Andreas Schüller ersetzen. Da war es für Team Friedrich eher suboptimal gelaufen, mit Platz drei konnte der mehrfache Welt- und Europameister und Olympiasieger, über fünf Jahren in den wichtigsten Rennen unbesiegt, nicht wirklich zufrieden sein.

Seit Beginn des Jahres plagt sich Dominator Friedrich zudem mit den Folgen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich herum, was sich auch auf seiner Heimbahn negativ bemerkbar machte. Die Rennen in Altenberg, zugleich als Europameisterschaft gewertet, liefen auch am Sonntag nicht wie gewünscht; nach dem ersten Durchgang lag Friedrichs Viererbob auf Rang zwei, allerdings mit nur zwei Hundertstelsekunden Rückstand auf den Briten Brad Hall.

Aus den zwei Hundertstelsekunden sind im zweiten Durchgang bei starkem Schneefall sechs geworden; zwei Bandenberührungen kosteten etwas Zeit und wohl zuviel, um es noch ganz oben aufs Treppchen zu schaffen. Aber immerhin: EM-Silber. „Ich bin sehr zufrieden, auch Felix hat es in seinem zweiten Rennen wieder super gemacht“, lobte Friedrich im ZDF explizit auch seinen neuen Mitfahrer aus Ansbach.

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