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Zwei Treffer reichen Fürth nicht zum Auswärtssieg

2:2-Unentschieden bei RB Leipzig - Berisha hatte Siegtreffer auf dem Fuß - 03.08.2015 22:28 Uhr

Der Mann der vielen Chancen: Veton Berisha hätte der Mann des Abends werden können. In Leipzig verwertete er aber nur eine seiner Möglichkeiten. © Sportfoto Zink / WoZi


Den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen, war das größte Problem der Fürther Mannschaft beim Gastspiel in Leipzig. So musste sich die Spielvereinigung am Ende mit einem 2:2 zufrieden geben. Immerhin: Am 24. Mai an selber Stelle fast noch abgestiegen, zeigten die Fürther, das mit ihnen in dieser Saison wieder zu rechnen ist.

"Als kleines Topspiel", hatte Leipzigs Trainer Ralf Rangnick die Partie im Vorfeld angekündigt. Fast schon eine kleine Untertreibung. Beide Teams lieferten sich von Beginn an einen offenen Schlagabtausch, scheuten kein Risiko. Demzufolge wurde den 27.216 Zuschauern zu keiner Phase auch nur ansatzweise langweilig. In diesem Spiel war Feuer.

Trainer Stefan Ruthenbeck veränderte die Startelf nur auf einer Position. Marco Caligiuri musste mit einer Virus-Infektion im Hotel bleiben, für ihn rutsche Marcel Franke in die Innenverteidigung. Fürth startete in einem 4-1-4-1, wechselte ab und an ins 4-2-3-1, um die vor allem durch die Mitte agierenden Hausherren in Schach zu halten. Mit Schwedens U21-Nationalspieler Emil Forsberg hatten sie mitunter so ihre Probleme.

Die Spielvereinigung fand besser ins Spiel und lag nach zwölf Minuten bereits in Front. Eine Flanke von Robert Zulj köpfte Sebastian Freis ein. "Als kurzfristigen Zwischenstand" verkündete der arrogant auftretende Stadionsprecher Fürths Führung. Leider behielt er in diesem Fall Recht. Denn die Fürther gaben die verdiente Führung binnen einer Minute wieder aus der Hand.

Heftiges Lebenszeichen von Fürth

Praktisch im Gegenzug glichen die Gastgeber aus. Marcel Sabitzer war Freis entwischt, Davie Selke narrte Benedikt Röcker und drosch den Ball durch die Hosenträger von Sebastian Mielitz ins lange Eck. Danach übernahm Leipzig das Kommando. Die im Sommer für 17 Millionen Euro verstärkte Mannschaft, davon wurden alleine acht Millionen für Selke nach Bremen überwiesen, ließ den Ball und Fürth laufen. Die Spielvereinigung hatte Probleme das Leder länger in den eigenen Reihen zu halten.

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Ordentlich, ja. Sieg, nein! Die SpVgg-Noten aus Leipzig

Die SpVgg Greuther Fürth hätte am Montagabend einen Sieg verdient gehabt. Beim 2:2-Unentschieden bei RB Leipzig zeigte das Kleeblatt eine engagierte Leistung - nur die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Die Noten sind entsprechend.


Aber das zu jeder Zeit wacker dagegenhaltende Kleeblatt, sendete rechtzeitig vor der Pause ein heftiges Lebenszeichen. Einen Zuckerpass von Gjasula setzte Veton Berisha trocken ins kurze Eck. Als Schiedsrichter Daniel Siebert schon zum Pausenpfiff ansetzte, verfehlte Berisha aus drei Metern mit dem Kopf das Tor. Mit einem Doppelpack und dem 3:1 in die Kabine, das wär’s gewesen.

Der Stadionsprecher nervt, Forsberg bestraft Fürth

Nach einer nervtötenden Beschallung mit Techno- und House-Musik in der Pause, die der Unsympath aus der Sprecherkabine dazu nutze, um die Partie als "seltsamen Fußball mit einem merkwürdigen Ergebnis" abzukanzeln, ging es so munter weiter wie im ersten Abschnitt. Und Fürth setzte Nadelstiche. Freis hätte das Egebnis früh "noch merkwürdiger" gestalten können. Erst parierte Fabian Coltorti aus 18 Metern (48.), dann schlenzte der 30-Jährige freistehend aus zehn Metern den Ball am Tor vorbei (52.). So blieb es bei der knappen Führung.

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Lange Zeit sah die SpVgg Greuther Fürth am Montagabend bei RB Leipzig wie der Sieger aus. Am Ende wurde "nur" ein 2:2-Unentschieden, weil das Kleeblatt zu fahrlässig mit seinen Torchancen umging.


Den technisch hoch veranlagten Leipzigern fiel lange Zeit wenig ein. Statt dem von Rangnick gewünschten Kurzpassspiel wählten sie immer öfter die Variante hoch und weit. Ein Verdienst der diszipliniert verteidigenden Fürther, die die Leipziger immer besser vom Tor fernhielten und mit Andreas Hofmann und Gjasula ein bärenstarkes Mittelfeldduo auf dem Platz hat. Ragnick reagierte und schickte den entnervten Youssuf Poulsen auf die Bank. Zumindest am Marktwert seiner zweitklassigen Millionentruppe änderte das nichts. Für 4-Millionen-Mann Poulsen, kam 4-Millionen-Mann Massimo Bruno, der aber auch nichts reißen konnte.

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Währenddessen scheiterte "Superschnäppchen" Berisha (350.000 Euro) mit der nächsten dicken Chance an Coltorti. Es war nicht seine Letzte. In der 72. Minute schoss er aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Es hätte gefühlt das 5:1 für Fürth sein müssen. Stattdessen kam das im Fußball oft Unvermeidliche. Der starke Forsberg bestrafte die Fürther Abschlussschwäche und glich mit einem Pfund ins lange Eck aus (74). Dann begann das große Zittern. Die "Roten Bullen" starteten die Schlussoffensive. Am Ende blieb es beim 2:2. Und Fürth darf sich über zwei verschenkte Punkte ärgern.

 

RB Leipzig: Coltorti - Klostermann, Orban, Nukan, Jung - Kaiser, Ilsanker (70. Quaschner) - Sabitzer (87. Demme), Forsberg - Poulsen (61. Bruno), Selke

SpVgg Greuther Fürth: Mielitz - Wurtz, Franke, Röcker, Gießelmann - Hofmann - Gjasula, Zulj (83. Trinks) - Stiepermann (82. Tripic), Berisha, Freis (75. Weilandt)

Tore: 0:1 Freis (12.), 1:1 Selke (13.), 1:2 Berisha (40.), 2:2 Forsberg (74.) | Gelbe Karten: Selke, Poulsen, Jung - Zulj, Berisha | Schiedsrichter: Siebert (Berlin) | Zuschauer: 27.216. 

Martin Ferschmann

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