Areva: Erlangen bleibt von Schließungen vorerst verschont

15.4.2015, 06:00 Uhr
Ein Areva-Mitarbeiter in der Leitstelle der Wiederaufbereitungsanlage La Hague: Der französische Atomriese, der in Deutschland 4800 Beschäftigte hat, steht schwer unter Druck.

© Foto: afp Ein Areva-Mitarbeiter in der Leitstelle der Wiederaufbereitungsanlage La Hague: Der französische Atomriese, der in Deutschland 4800 Beschäftigte hat, steht schwer unter Druck.

Von den Plänen, die im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung der Areva GmbH verkündet wurden, sind rund 700 Beschäftigte in Offenbach betroffen. Die Geschäftsführung habe zugesichert, allen Mitarbeitern einen Arbeitsplatz in Erlangen oder Karlstein anzubieten, teilte das Unternehmen mit.

Mit der Verlagerung, die bis spätestens Mitte 2016 abgeschlossen sein soll, will Areva nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit zwischen den Teams verbessern und so strukturelle Kostensenkungen realisieren. Die Ingenieur- und Entwicklungsaktivitäten in Offenbach sollen räumlich mit den Fertigungsstandorten sowie Test- und Versuchseinrichtungen in Karlstein und Erlangen zusammengeführt werden.

3400 Beschäftigte in Erlangen

Für Erlangen - an seinem größten Ingenieurstandort beschäftigt der Konzern rund 3400 Menschen - ist es erst einmal eine gute Nachricht: "Das stabilisiert den Standort ein Stück weit", so Areva-Sprecher Stefan Pursche. Grundsätzlich Entwarnung könne aber nicht gegeben werden. Mitte 2016 werde es wieder eine größere Bestandsaufnahme geben, wie sich die Auslastung der Standorte und die Kostenstrukturen entwickelt haben.

Aktuell hat Areva hierzulande rund 4800 Beschäftigte; 500 wechselten vor kurzem in ein Joint Venture mit dem spanischen Unternehmen Gamesa. Bis Ende 2015 soll das bereits 2011 angekündigte Sparprogramm abgeschlossen sein, das den Abbau von 1500 der seinerzeit 6100 Stellen auf dann 4600 Arbeitsplätze umfasst. Bislang verlief die Reduzierung ohne betriebsbedingte Kündigungen.

 

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