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Aus für 900 Mitarbeiter: Fahrplan bei Prinovis-Druckerei steht

Interessenausgleich soll Beschäftigten den Neustart erleichtern - 02.11.2019 17:35 Uhr

Prinovis war in der Druckbranche lange ein Riese. Jetzt ist Schluss. © Mark Johnston


Betroffen sind rund 900 Beschäftigte, darunter etwa 250 Mitarbeiter mit Leih- oder Werkverträgen. Zumindest für die direkt bei Prinovis Beschäftigten richtet das Unternehmen nun ein internes sogenanntes Transfercenter auf dem Druckerei-Gelände ein, das alle Mitarbeiter auf Wunsch bei der beruflichen Neuorientierung gezielt und individuell unterstützt. "Dazu gehört zum Beispiel einen Stellenbörse oder die Möglichkeit, einen Staplerführerschein zu machen", erklärt ein Prinovis-Sprecher.

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Zugleich vereinbarten die Bertelsmann-Tochter und die Arbeitnehmervertreter ein Modell, das die Produktion im Werk bis Ende April 2021 sichern soll. "Wenn bei der Qualität und bei der Termintreue weiterhin alles funktioniert, werden wir alle vier Monate eine Sonderprämie auszahlen", so der Sprecher.

Zähe Gespräche

Die Arbeitnehmervertreter sprachen von kontroversen und zähen Gesprächen. "Das Ergebnis ist uns nicht in den Schoß gefallen. Der entscheidende Verhandlungstermin ging bis in die späten Abendstunden", sagte Betriebsratschef Thomas Scharrer.

In den wesentlichen Punkten aber habe man sich durchsetzen können. "Die Eckpunkte des Interessenausgleichs und die Prämien finden große Zustimmung bei den Kolleginnen und Kollegen", erklärte Scharrer. Auch das Transfercenter werde gut angenommen.

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