Werksschließung

Continental: Ringen um Arbeitsplätze in Nürnberg

Stefanie Banner
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Politik und Wirtschaft

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7.6.2021, 05:59 Uhr
Blick auf den Conti-Standort Nürnberg, dessen Temic-Werk bis Ende 2022 geschlossen wird. Die Antriebssparte geht als ausgegliedertes Unternehmen Vitesco Technologies dieses Jahr an die Börse.

© e-arc-tmp_20180910-143648-005.jpg, NNZ Blick auf den Conti-Standort Nürnberg, dessen Temic-Werk bis Ende 2022 geschlossen wird. Die Antriebssparte geht als ausgegliedertes Unternehmen Vitesco Technologies dieses Jahr an die Börse.

230 Mitarbeiter arbeiten momentan noch bei der Conti Temic Microelectronic GmbH, die nach der Abspaltung der Antriebssparte Vitesco im Mutterkonzern der Continental in Nürnberg übrig bleibt. Conti Temic soll jedoch laut Unternehmenssprecherin Miriam Baum bis Ende 2022 geschlossen werden. Der Kfz-Zulieferer lasse seine Entwicklungsaktivitäten in der Sparte Chassis Elektronik, zu der etwa die Luftfedersteuerung gehört, auslaufen. "Die Verhandlungen der Unternehmensleitung von Continental mit der Arbeiternehmervertretung hierzu sind auf einem guten und konstruktiven Weg", sagt Baum. Ein Ergebnis soll es im Juli geben.

"Wir sind uns bewusst, dass die Veränderungen große Einschnitte und enorme Auswirkungen für unsere Mitarbeiter und für die Region bedeuten", so die Sprecherin weiter. "Angesichts der herausfordernden Marktsituation sind die geplanten Schritte aus unserer Sicht zwingend erforderlich."

Vitescos Börsengang steht bevor

In der weit größeren Antriebssparte von Continental, die in Nürnberg 2300 und in Regensburg 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, steht ab September der Börsengang bevor, ein genauer Termin wird laut Pressesprecherin Simone Geldhäuser erst noch bekannt gegeben. Ab diesem Zeitpunkt sei das neue Unternehmen mit dem Namen "Vitesco Technologies eine eigenständige Aktiengesellschaft mit Sitz in Regensburg und hat grundsätzlich nichts mehr mit Continental zu tun", so die Sprecherin. "Wir sind heute schon organisatorisch soweit abgetrennt, dass wir auf Knopfdruck alleine laufen könnten." Der Nürnberger Standort gelte, so Geldhäuser, weiterhin als wichtiges Werk für E-Mobilität.

Bereits auf der Hauptversammlung 2019 hatte Continental einen Teil-Börsengang seiner Antriebssparte für das Jahr 2020 angekündigt. Der Kfz-Zulieferer wollte zu diesem Zeitpunkt allerdings noch die Mehrheit an diesem Geschäftsfeld behalten, das auch Elektroantriebe umfasst.

Ausgliederung formal abgeschlossen

Ein paar Monate später teilte der Vorstand dann mit, die Continental-Antriebssparte, die bis dahin Powertrain hieß, komplett abzuspalten und in Vitesco Technologies umzubenennen. Die wiederholt verschobenen Pläne für einen Teil-Börsengang, mit dem Conti seinen Einfluss auf Vitesco hätte behalten können, waren also wieder vom Tisch. Die Zustimmung des Aufsichtsrats und der Hauptversammlung im Jahr 2020 galten da als wahrscheinlich, sodass die Abspaltung im September vergangenen Jahres vollzogen sein sollte.


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Formal abgeschlossen wurde die Ausgliederung von Vitesco dann zwar auch im vergangenen Herbst, der Börsengang und die Schaffung einer eigenständigen Aktiengesellschaft wurden Sprecherin Geldhäuser zufolge jedoch erneut verschoben und sind nun diesen Herbst geplant. "Wir hatten Ende März unseren ersten Kapitalmarkttag, an dem Vitesco Technologies sich den Investoren und Anlegern präsentierte", berichtet Geldhäuser. Zudem hätten am 29. April 2021 die Aktionäre der Continental AG dem Börsengang zugestimmt.

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