Deutschlandweiter Stellenabbau: Betriebsrat kritisiert Diehl

Nicole Netter, Redakteurin Politik und Wirtschaft
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17.11.2020, 14:01 Uhr
ARCHIV - Außenansicht des Industrie- und Rüstungskonzerns Diehl, aufgenommen am 06.07.2010 in Nürnberg (Bayern) am Rande der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Die Diehl-Gruppe präsentiert am 01.07.2014 die Jahreszahlen. Foto: Daniel Karmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

© Daniel Karmann ARCHIV - Außenansicht des Industrie- und Rüstungskonzerns Diehl, aufgenommen am 06.07.2010 in Nürnberg (Bayern) am Rande der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Die Diehl-Gruppe präsentiert am 01.07.2014 die Jahreszahlen. Foto: Daniel Karmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Am Montag hatte Diehl Aviation, der die Aerospace angehört, mitgeteilt, dass deutschlandweit 1400 von derzeit 4500 Stellen abgebaut werden. 200 davon innerhalb der drei Standorte umfassenden Diehl Aerospace in Nürnberg, Überlingen und Frankfurt, die derzeit zusammen 1000 Mitarbeiter zählen. Kündigungen sollen dabei nach Möglichkeit vermieden werden, stattdessen wolle man über Altersteilzeit, Freiwilligenprogramm und firmeninterne Stellenbörse die Zahlen erreichen.

"Wir hatten erwartet, dass etwas kommt, schließlich sind wir schon länger in Kurzarbeit und wissen um die Krise der Luftfahrtindustrie", so der Nürnberger Betriebsrat. Allerdings habe man sich seitens des Betriebsrats gewünscht, nicht "von oben herab" mit Entscheidungen konfrontiert zu werden. "Wir können jetzt nur noch über die Details sprechen, die Fakten aber sind bereits geschaffen worden."

Der Aviation-Betriebsrat am Hauptstandort Laupheim teilt die Kritik der Kollegen: Man halte das Vorgehen für "äußerst schlechten Stil und keinen guten Auftakt für die bevorstehenden Verhandlungen".

Eigentlicher Durchhänger 2021

Der Teilkonzern Aviation, in dem der in Nürnberg beheimatete DiehlKonzern seine Luftfahraktivitäten bündelt, ist durch die Pandemie ins Straucheln geraten. Nach Jahren steilen Wachstums, in denen der Teilbereich seinen Umsatz auf zuletzt 1,5 Milliarden schraubte, folgte zunächst ein Dämpfer durch den Produktionsstopp der A380 im vergangenen Jahr vom Hauptkunden Airbus.

Corona bremste dann im Frühjahr die ganze Branche aus, entsprechend brachen auch die Aufträge für Diehl Aviation ein. Die Nachfrage der Industrie sei seit dem Frühjahr um etwa die Hälfte zurückgegangen. Und ein Ende ist nicht absehbar: "Den eigentlichen Durchhänger" erwarte man 2021, so Rainer von Borstel, Chef des Teilkonzerns Aviation in einem Interview.

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