Rasanter Preisanstieg

Energie-Schock: Bäckerei soll 1,1 Millionen Euro zahlen - Wird Brot Luxusgut?

13.9.2022, 13:15 Uhr
Die Energiepreis-Krise trifft auch das Bäckereihandwerk stark. 

© NEWS5, NN Die Energiepreis-Krise trifft auch das Bäckereihandwerk stark. 

Bei "hart aber fair" geht es meist heiß her in der Diskussionsrunde - schließlich ist das die Prämisse der Sendung. Auch in der Folge vom Montag, 12.09., wurde wieder rege diskutiert.

Unter den Gästen befand sich auch die Mitinhaberin einer Hannoverschen Bäckerei-Kette. Angesichts der Energiekrise in Deutschland zeichnete sie ein düsteres Bild der aktuellen Situation für die Branche.

Bäckereiinhaberin Caterina Künne zeigt sich angesichts der aktuellen Entwicklungen besorgt. 

Bäckereiinhaberin Caterina Künne zeigt sich angesichts der aktuellen Entwicklungen besorgt.  © IMAGO/Thomas Bartilla

Bevor die Diskussion rund zum Thema "Zu teures Gas, zu wenig Strom: Muss die Atomkraft doch länger laufen?" beginnen konnte, machte Caterina Künne deutlich, wie sehr ihr Handwerk von der Krise betroffen sei.

Stromkosten auf über eine Million Euro gestiegen

So seien die Stromkosten ihrer sieben Filialen von 120.000 Euro im Jahr auf 1,1 Millionen Euro angestiegen. "Wir wollen Grundversorger bleiben", so Künne. Doch angesichts der steigenden Energiekosten müsse auch ihr Unternehmen die Kosten an die Kunden weitergeben. Dadurch wäre Brot nicht mehr Alltagsware, sondern ein Luxusgut.

Die Gründe für den rasanten Preisanstieg in der Bäcker-Branche liegen in der Energieversorgung der Betriebe. Über zwei Drittel von ihnen betreiben ihre Öfen mit Gas. Viele von ihnen schrecken außerdem vor Preiserhöhungen zurück, aus Angst, Kunden an die Konkurrenz zu verlieren. Vor allem kleinere Betriebe sind dadurch betroffen.

Vorschläge aus der Politik

Auch die anderen Diskussionsteilnehmer zeigten sich von Künnes Schilderungen entsetzt. Eine einheitliche Lösung konnten sie aber nicht geben. Während CDU-Politikerin Gitta Connemann die Pläne zur Abschaltung der drei noch laufenden Atomkraftwerke (AKW) als "Wahnsinn" bezeichnete, konterte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen): "Sie müssen keinem Grünen erklären, wie ein Atomreaktor funktioniert." Demnach könnten die Atomkraftwerke im Notfall schon nach sieben Tagen wieder funktionstüchtig sein.

Ganz andere Bedenken hat Wirtschaftsjournalist Hermann-Josef Tenhagen bei der Diskussion. Er bemängelt, dass die drei Atommeiler schon seit 13 Jahren nicht mehr durch den TÜV geprüft wurden, da angesichts der geplanten Schließungen die Sicherheitsprüfungen ausgesetzt worden waren. Zudem hätten viele Experten die Standorte bereits verlassen, um neue Arbeit zu suchen.

All dies dürfte Bäckerei-Chefin Künne wenig weiterhelfen. Denn angesichts steigender Kosten ist sie, wie viele andere auch, direkt von dem Kostenanstieg betroffen. Daher hofft auch sie einfach auf ein baldiges Ende der Krise.

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