Diversity-Richtlinien

Fragwürdige Antidiskriminierungsregeln bei Produktionsfirma "Amazon Studios"

29.6.2021, 21:07 Uhr

"Amazon Studios" hat neue interne Regeln definiert. © Christoph Hardt, via www.imago-images.de

"Amazon Studios" hat ein "Inclusion Playbook" veröffentlicht, mit dem man "Diversity, Equality and Inclusion" erreichen wolle. Die neuen Anleitungen sollen laut dem Konzern "die Branche in eine repräsentativere und integrativere Zukunft führen", berichtete der amerikanische Sender Foxnews.

Amazons eingeführte Richtlinien befassen sich mit unterschiedlichen Kriterien der Filmindustrie und lassen sich deshalb in vier Kategorien unterteilen: Entwicklung von Geschichten und Charakteren, Einstellung und Produktion, Berichterstattung und Dokumentation sowie Erreichung von Zielen.

Unter der Kategorie "Persönlichkeitsmerkmale" weist das "Playbook" die Mitarbeiter an, auf das Aussehen bezogene Stereotypen zu vermeiden, insbesondere beim Schreiben von weiblichen Charakteren oder Personen aus unterrepräsentierten Rassen und ethnischen Gruppen. Dabei sollten gängige Phrasen wie "Mädchen von nebenan" vermieden werden.

Zudem empfiehlt das Playbook den Mitarbeitern, "spezifischere" Begriffe zu benutzen, um farbige Frauen zu beschreiben. Zum Beispiel schlägt der Leitsatz Folgendes vor: "Die Hauptrolle kommt aus Puerto Rico, liebt es zu singen und hat einen großen Freundeskreis."

Unter den vorgeschlagenen Begriffen sind jedoch einige zumindest fragwürdig - unter anderem "die biologische Uhr". Diese Bezeichnung sollte vermieden werden, weil sie sich auf das Druckgefühl von Frauen beziehe, "Kinder während der reproduktivsten Jahre zu bekommen". Dabei seien Frauen benachteiligt, denn sie seien "nur auf ihr Bedürfnis, Kinder zu bekommen" reduziert, so erläutert die Bild.

Das "Playbook" versucht auch, Begriffe neu zu definieren. Darin heißt es, dass "Dschihad" ("heiliger Krieg") übersetzt "Streben nach und Kampf für Gott" bedeutete. Obwohl das Wort häufig von islamistischen Terroristen verwendet wird, um grausame Angriffe mit ihrem Glauben zu rechtfertigen, hätte dieses laut der Richtlinien nichts mit Islamismus zu tun.

Auswahl der Mitarbeiter

Die Richtlinien betreffen nicht nur die Auswahl "vielfältiger" Begriffe, sondern auch der Schauspieler. So sollen zukünftig nur noch die Schauspieler eine Rolle bekommen, deren Identität (also etwa Geschlecht, Herkunft, sexuelle Orientierung oder Behinderung) auch der Identität der gespielten Figur entspricht. Dies bedeutete, dass Italiener nur noch Italiener spielen werden, Homosexuelle nur noch Homosexuelle, Muslime nur noch Muslime.

Außerdem fordert Amazons "Playbook", dass bis 2024 die kreativen Rollen in der Produktion zu 50 % aus Frauen und unterrepräsentierten rassischen oder ethnischen Gruppen bestehen.

Die neuen Richtlinien, durch die sich "Amazon Studios" ein klares Ziel vor Auge setzt, sorgen jedoch für scharfe Kritik. Es scheint, dass die amerikanische Filmproduktionsgesellschaft ihre Mitarbeiter und Schauspieler eher nach Nationalität, Hautfarbe oder Art der Sexualität einstelle als für ihre Kompetenz. Trotz dieser Veränderungen durch Inklusionspolitik bleiben Fragen dennoch offen: Machen diese Bezeichnungen tatsächlich einen Unterschied für die Gesellschaft? Erschwert man damit nur noch mehr die Filmindustrie? Der Regisseur Dietrich Brüggemann hat eine klare Meinung dazu: "Wenn man dieses Regelwerk todernst durchzieht, dann wird vielleicht jeder Film unter solchen Bedingungen zur Komödie, und das wäre ja nicht das Schlechteste."

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