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Habeck verrät: Unter diesen Bedingungen wäre ein Gasboykott im Winter möglich

Stefanie Banner
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Politik und Wirtschaft

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12.5.2022, 12:35 Uhr
In München demonstrierten Menschen für ein Gasembargo. Wirtschaftsminister Habeck nannte nun Voraussetzungen, wie ein Gasboykott im Winter zu verkraften wäre.

© IMAGO/Michael Lucan / aal.photo, IMAGO/aal.photo In München demonstrierten Menschen für ein Gasembargo. Wirtschaftsminister Habeck nannte nun Voraussetzungen, wie ein Gasboykott im Winter zu verkraften wäre.

"Wenn wir zum Jahreswechsel volle Speicher haben, wenn zwei der vier von uns angemieteten schwimmenden LNG-Tanker schon am Netz angeschlossen sind und wenn wir deutlich an Energie sparen, können wir im Fall eines Abrisses der russischen Gaslieferungen einigermaßen über den Winter kommen", sagte Habeck der Wirtschaftswoche.

Gleichzeitig appelliert der Vizekanzler an die Bevölkerung: "Weniger Verbrauch ist das A und O beim Gas. Wenn es uns gelingt, zehn Prozent einzusparen über die nächsten zwei Jahre in der Industrie und bei privaten Haushalten, dann sind das die entscheidenden Prozente, um nicht in eine Notlage zu geraten." Da sollten alle mitmachen. Mehr Effizienz sei ein wesentlicher Hebel gegen Putin.

Ein Gasstopp birge jedoch wirtschaftliche Risiken: "Auch unter den genannten Voraussetzungen wären die Gaspreise dann sicherlich sehr hoch und die Speicher am Ende des Winters leer", sagt der Grünenpolitiker.

Abhängigkeit von Russland sinkt

Da Deutschland ist immer noch stark von russischem Gas abhängig ist, sind Forderungen etwa nach einem Gasembargo umstritten. Hoffnungen machen Zahlen des Wirtschaftsministeriums, nach denen die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas seit Kriegsbeginn von zuvor 55 Prozent auf etwa 35 Prozent gesunken sei. Bis Sommer 2024 sei eine schrittweise Verringerung auf die entscheidenden zehn Prozent des Gasverbrauchs möglich, die durch Industrie und Haushalte eingespart werden könnten.