Gegen Stereotype

Mädchen? Junge? Ganz egal! Lego will weg von Geschlecherkennzeichnung

12.10.2021, 12:40 Uhr
So bunt und vielfältig wie die Kundschaft: Legosteinchen.

So bunt und vielfältig wie die Kundschaft: Legosteinchen. © Jens Kalaene, dpa

Lego will sein Spielzeug künftig so fertigen und vermarkten, dass es nicht speziell für Jungen oder Mädchen angeboten wird, sondern frei von Geschlechterstereotypen ist. Das verkündete der Spielzeughersteller am heutigen Internationalen Mädchentag und beruft sich dabei auch auf eine in Auftrag gegebene Studie, wonach die Einstellungen zum Spielen und zu künftigen Berufen nach wie vor von Geschlechterklischees gekennzeichnet sind.

"Das Unternehmen setzt sich dafür ein, Lego-Spielzeug inklusiver zu machen und sicherzustellen, dass die kreativen Ambitionen von Kindern (...) nicht durch Geschlechterstereotypen eingeschränkt werden", heißt es. Lego wolle demnach "Lego-Produkte und -Marketing für alle zugänglich und frei von geschlechtsspezifischen Vorurteilen und schädlichen Stereotypen" machen.

Alter, Interessen, Themen

Dazu gehöre etwa, dass das Unternehmen Produkte nicht mehr mit "für Mädchen" oder "für Jungen" kennzeichnet, sondern diese auf der Website unter anderem nach Alter, Interessen und Themen gefiltert werden. Zudem sollten mehr weibliche Vorbilder bei der Produktgestaltung einbezogen werden.

In der Studie von Geena Davis Institute on Gender in Media geht es nicht nur darum, dass Mädchen in bestimmte Klischees gedrängt werden, sondern dass auch Jungen unter Stereotypen leiden. Demnach befürchten 71 Prozent der befragten Jungen, dass man sich über sie lustig machen würde, wenn sie mit "Mädchenspielzeug" spielten. Eine Befürchtung, die laut der Studie auch viele Eltern teilten.

Befragt wurden fast 7000 Eltern und Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren aus China, der Tschechischen Republik, Japan, Polen, Russland, dem Vereinigten Königreich und den USA. Lego hat im Mai dieses Jahres bereits ein LGNTQIA+-Set in Regenbogenfarben herausgebracht und damit ein Zeichen für Inklusivität gesetzt.

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