Milliardengrenze geknackt: Neue Bestmarken für Adidas

8.3.2017, 15:57 Uhr
Für Adidas geht es weiterhin aufwärts.

© dpa Für Adidas geht es weiterhin aufwärts.

"Wir sind ein wachsenden Unternehmen in einem wachsenden Markt", steckte der Vorstandschef die Grundgegebenheiten ab. Darauf aufbauen soll der Konzernumsatz bis zum Jahr 2020 jährlich im Schnitt um zehn bis zwölf Prozent wachsen, beim Gewinn soll die Taktzahl sogar doppelt so hoch sein. Rorsted gibt seinem Team mit zuletzt 60.600 Beschäftigten weltweit vor, den Gewinn jährlich um 20 bis 22 Prozent zu steigern – sein erfolgreicher Vorgänger hatte sich noch mit rund 15 Prozent zufriedengegeben.

Um seine äußerst ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat der Däne fünf Stellschrauben ausgemacht, die er in den kommenden Jahren nachjustieren wird: Er will die Unternehmenskultur durch engagierte Talent- und Frauenförderung sowie durch nachhaltige Anreize fürs Management voranbringen, das Geschäft im Internet ausbauen und in den nächsten drei bis fünf Jahren aus dem einst dezentralen Unternehmen einen global geführten Konzern mit transparenten horizontalen Prozessen machen.

Das Nordamerika-Geschäft soll noch mehr gestärkt werden und die Tochter Reebok endlich aus der Verlustzone geholt werden. Und er will die Pläne seines Vorgängers Hainer weiter vorantreiben, noch mehr auf die beiden Marken adidas und Reebok zu setzen. Schon in den beiden Vorjahren wurden kleinere Produktlinien verkauft, derzeit wird für das Golfgeschäft mit den Marken TaylorMade, Adams Golf und Ashworth ein Käufer gesucht.

Wie Rorsted ankündigte, wollen sich die Herzogenauracher darüberhinaus auch vom Hockey-Bereich mit der Marke CCM Hockey trennen. Insgesamt hat der Konzernchef Umsatzanteile von drei der insgesamt 19 Milliarden Euro als "Baustelle" bezeichnet.

Die Franken sind weltweit bekannt für ihre sportlich-modischen Turn- und Laufschuhe mit den drei Streifen. Dieses Laufwerk steht für Sprinterqualitäten und Schnelligkeit, auf englisch Speed. Und genau die will adidas auch als Unternehmen erreichen, will das "erste wirklich schnelle Sportartikelunternehmen der Welt werden".

Dazu wurde 2016 im vergangenen Jahr die erste "Speedfactory" in Ansbach im Rahmen eines Pilotprojekts eröffnet – dort werden mit modernster Technologie individuelle Hightech-Schuhe gefertigt. Im laufenden Jahr soll eine weitere Speedfactory in Atlanta (USA) die Serien-Produktion aufnehmen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes mit Produkten, die im Rahmen solcher Speed-Programmen gefertigt werden, erzielt, bis 2020 soll dieser Anteil auf mindestens 50 Prozent steigen. Der Grund: Zeit ist Geld, und mit einer Fertigung, die sich schnellan den tatsächlichen Bedarf auch während der laufenden Saison anpassen lässt, können Halden unverkaufter Schuhe in den Geschäften und damit teure Rabattaktionen vermieden werden, erklärt Rorsted. Der Anteil der zum vollen Preis verkauften Produkte soll damit ein Fünftel über dem regulären Sortiment liegen, was zwangsläufig die Profitabilität des Unternehmens erhöhen wird.

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