Energiekrise treibt die Preise

Nach Speiseöl-Hammer: Jetzt wird das nächste Lebensmittel deutlich teurer

Tobi Lang
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2.5.2022, 07:49 Uhr
Den Einkaufswagen zu füllen wird immer teurer. Das hat mehrere Gründe. 

© Fabian Sommer, dpa Den Einkaufswagen zu füllen wird immer teurer. Das hat mehrere Gründe. 

Die Deutschen lieben Milch. Fast 50 Kilogramm konsumiert jeder Bundesbürger durchschnittlich Jahr für Jahr - mehr als anderswo auf der Welt. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie steigende Energiepreise dürften das Grundnahrungsmittel jetzt aber deutlich teurer machen.

Das kündigt Eckhard Heuser, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbands, gegenüber der Bild-Zeitung an. Der Lobbyvertreter rechnet mit einem Aufschlag von durchschnittlich 25 Prozent, der voraussichtlich "in der Zeit von Mai bis Juli" in Kraft tritt. Heißt: Spätestens im Sommer wird der Liter Milch kaum noch für unter einen Euro zu haben sein. Bei Käse und Butter dürfte die Steigerung noch saftiger ausfallen.

"Abdrehen des Gashahns hätte katastrophale Folgen"

Einer der Hauptgründe, sagt Heuser gegenüber der Bild, sei die Energiekrise. Zudem bereitet den Landwirten ein Mangel an Dünger und Futtermittel infolge des Ukraine-Krieges Sorgen. Auch die Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro werde sich in den Milchpreisen niederschlagen, sagen Experten.

Bereits Anfang April warnte der Milchindustrieverband vor steigenden Preisen. "Das Abdrehen des Gashahns hätte katastrophale Folgen für die gesamte Kette der Milch", sagte der Vorsitzende Peter Stahl. Innerhalb von drei Tagen, sagt der Lobbyvertreter, würden die Lieferketten zusammenbrechen - und Molkereien könnten kaum noch arbeiten.