Wirrwarr um Hausrecht

Neue Corona-Regeln: In diesen Läden dürfen Sie bald ohne Maske einkaufen

Eva Orttenburger
Eva Orttenburger

Online-Redaktion

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1.4.2022, 10:05 Uhr
Viele große Einzelhandelsketten wollen keine freiwillige Maskenpflicht durchsetzen.

© Monika Skolimowska, dpa Viele große Einzelhandelsketten wollen keine freiwillige Maskenpflicht durchsetzen.

Trotz hoher Inzidenzzahlen und einer steigenden Hospitalisierungsrate werden am Sonntag, 3. April 2022, die Corona-Regeln in Deutschland zum großen Teil abgeschafft. Denn an diesem Datum endet das Infektionsschutzgesetz. Die 2G- und 3G-Zugangsregeln sind dann passé, ebenso die Maskenpflicht in Geschäften und Schulen.

Deutschlands Gesundheitsminister Karl Lauterbach appellierte bereits an die Einzelhändler, die Maskenpflicht freiwillig beizubehalten und diese per Hausrecht durchzusetzen, auch wenn es keine Regelung im Gesetz mehr gibt.

Doch viele große Ketten wollen dieser Bitte nicht nachkommen und setzen auf die Eigenverantwortung ihrer Kundinnen und Kunden. Diese dürfen in den Geschäften freiwillig eine Maske tragen, eine Pflicht besteht jedoch nicht mehr.

In diesen Läden müssen Sie ab dem Wochenende keine Maske mehr tragen:

- Media Markt
- Saturn
- Thalia
- Deichmann
- Ikea
- C&A
- Einkaufzentren von ECE (dazu gehören in der Region die Erlanger Arcaden, das Franken-Center in Nürnberg, die Arcaden in Regensburg, das Rotmain-Center in Bayreuth und die Stadtgalerie Schweinfurt)
- Douglas
- Ernsting's family
- Gerry Weber
- Woolworth

Auf Nachfrage der Bild-Zeitung äußerten sich auch Deutschlands große Lebensmittelhändler zu einer freiwilligen Maskenpflicht. Lidl, Kaufland und Rewe teilten mit, sie würden sich an den Verordnungen der Bundesländer orientieren. Demzufolge müssten Kundinnen und Kunden in Bayern ab dem Wochenende dort keine Maske mehr tragen. Rewes Discounter-Tochter Penny und die Baumarktkette Toom, die ebenfalls zu Rewe gehört, schließen sich dieser Handhabung an.

Nach mehreren Handelsketten hat auch Edeka angekündigt, die Maskenpflicht ab kommender Woche nicht grundsätzlich aufrechtzuerhalten. "Da fehlen uns die Möglichkeiten der Kontrollen", sagte eine Sprecherin der Supermarktkette der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen empfehle zwar weiterhin beim Besuch der Supermärkte das freiwillige Tragen einer medizinischen Maske, um Kunden und Mitarbeiter zu schützen. "Leider hat der Gesetzgeber mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes entschieden, dass die Pflicht zum Tragen von Masken nur noch in Ausnahmefällen und in besonderen Hotspots angeordnet werden kann", kritisierte Edeka. "Man kann daher nun nicht erwarten, dass wir mithilfe des Hausrechts weiterhin eine Maskenpflicht durchsetzen."

Supermarkt-Riese Aldi hatte etwas länger für eine "finale Entscheidung" gebraucht, hat nun aber auch angekündigt, die Maskenpflicht beim Einkauf fallen zu lassen. Eine Empfehlung für das freiwillige Tragen einer Maske für Belegschaft und Kundschaft will sich Aldi aber vorbehalten. Auch Lidl schließt sich den anderen Discountern und Supermärkten an. Wenn die staatlichen Vorgaben "die Aufhebung der Maskenpflicht für Kunden vorsehen, werden wir diesen folgen", zitiert der Stern die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören.

In DM-Drogeriemärkten soll die Maske ebenfalls nur auf Empfehlung getragen werden können. Generell gilt die Maskenpflicht in Deutschland ab dem Wochenende nur noch in Bus und Bahn, in Krankenhäusern sowie in Corona-Hotspots.

Dieser Artikel wurde am 1. April um 9.55 Uhr aktualisiert.

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