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Stellenabbau bei Schaeffler: Söder fordert Kaufprämie

Aktionstag am 16. September geplant: "Schließungen nicht akzeptieren" - 10.09.2020 12:51 Uhr

Ein Teil der ehemaligen adidas-Gebäude in Herzogenaurachs Innenstadt wird derzeit für Schaeffler umgebaut.

© Matthias Kronau, NN


Nach der Ankündigung von massivem Stellenabbau beim Zulieferer Schaeffler erwartet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitere Jobverluste in der für den Freistaat wichtigen Autobranche. "Es bewahrheitet sich jetzt das, was ich seit langer Zeit befürchtet habe: Es wird zu massivem Stellenabbau kommen im gesamten Bereich der Automobilindustrie, auch bei den Zulieferern ganz massiv", sagte Söder am Donnerstag bei einem Besuch an seiner früheren Schule, dem Dürer-Gymnasium in Nürnberg. "Es wird Bayern treffen, es trifft aber auch andere Bundesländer sehr hart", sagte Söder.

Der Ministerpräsident erneuerte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einer Kaufprämie für Autos auch mit Verbrennungsmotoren. "Deswegen glaube ich einfach, dass eine Prämie für modernste ökologische Autos auch im Verbrennerbereich ein Beitrag ist, Arbeitsplätze zu retten", sagte er. Modernere Verbrenner, etwa auch Dieselmotoren, seien klimafreundlicher als die aktuell genutzte Generation von Antrieben.


Zulieferer Schaeffler baut 440 weitere Stellen ab


Schaeffler, einer der größten deutschen Automobil- und Industriezulieferer, hatte am Mittwoch angekündigt, 4400 Stellen - vorrangig in Deutschland - abzubauen. Es sollen auch ganze Standorte geschlossen werden. Das Unternehmen war in der Corona-Krise in die Verlustzone gerutscht. Wie viele andere Unternehmen der Branche hatte auch Schaeffler schon vor Ausbruch der Pandemie mit erheblichen strukturellen Problemen in der Automobilindustrie zu kämpfen.

Die Arbeitnehmerseite will das angekündigte Maßnahmenpaket bei Schaeffler nicht hinnehmen. "Standortschließungen und Verlagerungen an Billigstandorte sind kein Zukunftskonzept. Die Beschäftigten und die IG Metall werden das nicht akzeptieren. Betriebsbedingte Kündigungen müssen ausgeschlossen sein", sagte Bayerns IG-Metall-Chef Johann Horn.

Der Schaeffler-Betriebsrat plant für den 16. September einen bundesweiten Aktionstag. "Das Maßnahmenpaket beinhaltet Entscheidungen ungeahnter Größenordnung, beim Abbau von Mitarbeitern und bei der Schließung von Standorten", heißt es in einer Stellungnahme des Betriebsrates vom Donnerstag. "Geplante Schließungen der Standorte Wuppertal und Clausthal-Zellerfeld wird die Arbeitnehmervertretung nicht akzeptieren", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Salvatore Vicari.

Dieser Artikel wurde am 10.09.2020 um 12.50 Uhr aktualisiert

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Schaeffler: Eine bewegte Firmengeschichte seit 1946

Die Brüder Wilhelm und Georg Schaeffler gründeten ihr Unternehmen 1946 in Herzogenaurach. Heute hat der Konzern weltweit 90.000 Beschäftigte an rund 170 Standorten. Ein Streifzug durch die Firmengeschichte mit Höhen und Tiefen.


dpa

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