"Eine Art Eskalation"

Tomatenmarkt in der Krise: Jetzt werden auch Dosentomaten knapp

Eva Orttenburger
Eva Orttenburger

Online-Redaktion

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11.5.2022, 10:53 Uhr
Tomatendosen werden in vielen Supermärkten nur noch in begrenzten Mengen abgegeben.

© IMAGO/Winfried Rothermel Tomatendosen werden in vielen Supermärkten nur noch in begrenzten Mengen abgegeben.

Die meisten Dosentomaten, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus Italien. Die dortigen Landwirte bauen derzeit aber lieber Mais und Getreide an, weil dies lukrativer ist, schreibt der Augsburger Importeur Otto Franck in seinem Branchenbericht. "Der Tomatenmarkt ist nun endgültig in einer Art Eskalation angekommen", so der Experte. Andreas Reimer, Geschäftsführer des deutschen Konservenherstellers Hengstenberg (Oro di Parma und Oro d’Italia), erwartet, dass die Anbaufläche von Tomaten in Italien um etwa zehn Prozent zurückgehen wird in den kommenden Jahren. Dies berichtet Business Insider.

Der Tomatenmarkt stecke demnach in der Krise. Die Verhandlungen mit italienischen Bauernverbänden laufen zäh. Wegen der vielen Preissteigerungen wollen die Landwirte keine langfristigen Lieferverträge mehr eingehen, damit sie am Ende nicht das Kostenrisiko tragen.

Hinzu kommt noch ein weiterer Grund: Anders als die Dosentomaten stammt Tomatenmark oft aus China. Es wird lediglich in Italien abgefüllt und dann als italienisches Produkt vermarktet und verkauft. Allerdings unterbindet der italienische Zoll diese Vorgehensweise zunehmend. Für das fehlende Tomatenmark aus Fernost werden nun eigene Tomaten aus Italien benötigt. Die erhöhte Nachfrage sorgt für zusätzliche Knappheit.

Auch die Preise für die Konservierung von Tomaten sind gestiegen. Für die Herstellung von Dosen und Glas benötigen die Firmen Energie - in der heutigen Zeit ein knappes und extrem teures Gut.

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