Experten warnen

Trotz Tankrabatt: Warum Sie am 1. Juni nicht zur Tankstelle fahren sollten

ama

Online-Redaktion

18.5.2022, 14:16 Uhr
Lange Schlangen an Tankstellen: So wie hier in Leipzig könnte es am 1. Juni vielerorts aussehen, warnen Experten. (Symbolbild)

© IMAGO/LausitzNews.de/Erik-Holm Langhof Lange Schlangen an Tankstellen: So wie hier in Leipzig könnte es am 1. Juni vielerorts aussehen, warnen Experten. (Symbolbild)

Mehr als zwei Euro pro Liter Kraftstoff: Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sind solche Preise an den Tankstellen schon zur Normalität geworden. Selbst als der Ölpreis wieder nach unten ging, blieb der Benzinpreis stabil - und die Öl-Konzerne freuten sich. "Mein Eindruck ist, dass ein paar Ölmultis gerade den großen Reibach machen", schrieb Danyal Bayaz, Finanzminister in Baden-Württemberg, dazu auf Twitter.

Für Entlastung soll nun der Tankrabatt sorgen, den die Bundesregierung in ihrem milliardenschweren Entlastungspaket beschlossen hat. Benzin soll damit für drei Monate um 29,55 Cent pro Liter günstiger werden, Diesel um immerhin 14,04 Cent pro Liter. Soweit zumindest die Theorie, denn: Schon jetzt warnen Experten, dass es zu einem echten Ansturm auf die Tankstellen kommen und der Tankrabatt damit verpuffen könnte. "Der Run auf die Tankstellen wird historisch", glaubt der Vorsitzende des Bundesverbands Freier Tankstellen, Duraid El Obeid.

Die Befürchtung: Viele Autofahrerinnen und Autofahrer werden darauf verzichten, ihr Auto noch im Mai vollzutanken und warten bis zum Juni. Die Folge bekommen Tankstellenbetreiber schon jetzt zu spüren, berichtet chip. Sie scheuten sich derzeit, große Bestellungen zu tätigen - einerseits aus Angst, auf dem teureren Benzin sitzenzubleiben, andererseits, weil die Nachfrage aktuell gesunken sei. Warten tatsächlich viele auf den 1. Juni, wäre die Nachfrage bei den Tankstellen plötzlich deutlich höher - was zu langen Schlangen, Engpässen und im Umkehrschluss auch zu steigenden Preisen führen kann.

Gegenüber dem Portal Business Insider äußerte ein Sprecher des Automobilclubs ADAC deshalb: "Man sollte vorsichtshalber ausreichend Rest-Kraftstoff im Tank behalten und nicht mit 'dem letzten Tropfen' unterwegs sein". Preissteigerung hält der ADAC im Moment aber nicht für realistisch: Gemessen am Rohölpreis und am Dollarkurs sei Benzin gerade ohnehin überteuert - was allerdings auch als Argument für Preissteigerungen gewertet werden kann. Denn tatsächlich sprechen die Experten des Automobilclubs vom "größten Preissprung aller Zeiten", der Benzinpreis habe sich stellenweise zu großen Teilen vom Rohöl- und Dollar-Kurs entkoppelt.

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