Waffen statt Stifte: Staedtler produzierte Zubehör für Gewehre

20.7.2018, 16:10 Uhr

© Mark Johnston

"Das ist für uns ein absolutes No-Go", sagt Axel Marx. Der Sprecher der Geschäftsführung der Nürnberger Staedtler Gruppe bestätigt den Vorgang aus dem Jahr 2015. Die Lieferung von zehn Zubehörteilen zur Rückstoßverminderung, die auf den Lauf von Gewehren montiert werden, sei ohne Kenntnis der Geschäftsleitung erfolgt.

Punktuell fertige Staedtler zur Maschinenauslastung Teile für andere Unternehmen, etwa in der Galvanik oder im Werkzeugbau. In diesem Rahmen seien die Muster für einen Sport- und Jagdwaffenhersteller produziert worden. Die zehn Rückstoßminderer hätten einen Gesamtwert von rund 725 Euro gehabt, teilt Marx weiter mit. Die Zubehörteile seien im übrigen frei zugänglich und beispielsweise im Internet zu erwerben, heißt es.

Beteiligter Mitarbeiter soll passionierter Jäger sein

Marx betonte, zu einer Serienfertigung sei es nicht gekommen. "Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber findet nicht statt." Staedtler führe bereits intensive Nachforschungen, "wie es zu dem einmaligen Vorgang, der drei Jahre zurückliegt, kommen konnte". Alle relevanten Prozesse im Unternehmen würden derzeit intern einer kritischen Prüfung unterzogen.

Laut Focus"soll das Geschäft von einem Mitarbeiter des Nürnberger Stifteherstellers eingefädelt worden sein. Dieser sei passionierter Jäger und unterhalte private Kontakte zu dem Jagdwaffenhändler aus der Oberpfalz. Ob der Mitarbeiter und eventuell weitere Beteiligte nun mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, ließ Staedtler offen.

Das traditionsreiche Unternehmen beschäftigt weltweit rund 2100 Mitarbeiter, davon arbeiten mehr als 1200 in Produktion und Verwaltung am Hauptsitz Nürnberg sowie in den Werken in Neumarkt und Sugenheim. Der Gruppenumsatz lag zuletzt bei knapp 340 Millionen Euro.

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