Dienstag, 20.11.2018

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Baubeginn in der Tullnau

Kinderhort zieht in die Dynamo-Halle - 17.11.2011 19:00 Uhr

Morgen wird der Grundstein für das schwebende Haus gelegt: Im Stadion findet die dazugehörige Feier statt – mit einer Videoliveübertragung in die Tullnau. © PR


An ihrer Stelle soll ein Bürogebäude entstehen. Es ist wahrscheinlich das letzte Projekt auf dem mittlerweile wieder dicht bebauten, sieben Hektar großen Gelände der früheren Bayerischen Milchversorgung. Die Baugrube ist bereits ausgehoben. Morgen wird der Grundstein gelegt. Und da will der Bauherr, Envi Con & Plant Engineering, ordentlich auf die Pauke hauen, zumal die Firma gleichzeitig ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

Das Fest steigt im Vip-Bereich des Stadions. Dort können die rund 300 Gäste die via Satellit übertragene Grundsteinlegung auf der Stadionleinwand mitverfolgen. Das Nürnberger Unternehmen für Ingenieurdienstleistungen investiert nach eigenen Angaben 18 Millionen Euro in seine neue Zentrale am Wöhrder See. Entworfen haben den sechsgeschossigen Bau mit Innenhof die Nürnberger Architekten Grabow & Hofmann.

„Die beiden unteren Stockwerke sind fast transparent“, schwärmen Envi Con-Geschäftsführer Rainer Alzinger und Falko Weber. „Somit sieht es aus, als schwebten die anderen Stockwerke frei darüber.“ Eine Windturbine und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sollen 25 Prozent des Stromes für das neue Gebäude erzeugen. Es hat eine Gesamtfläche von 8000 Quadratmetern, bietet Raum für 300 Arbeitsplätze und soll im Frühjahr 2013 bezugsfertig sein. Die bisher angemieteten Büros in der Platenstraße passen laut Alzinger nicht mehr zu seinem Unternehmen. „Aber wo passen wir Kraftwerksplaner besser hin, als an den Ort, an dem das erste Kraftwerk, die erste Dampfturbine in Nürnberg stand?“

Die ehemalige Dynamo-Halle dort soll künftig einen Kindergarten und einen Hort beherbergen. „Ein echter Standortvorteil“, findet Alzinger. Schließlich wollen Familie und Beruf unter einen Hut gebracht werden. Vorteilhaft sei auch die Nähe zur Georg-Simon-Ohm-Hochschule, wo man junge Ingenieure als Mitarbeiter gewinnen könne.

Vor zehn Jahren gab es bei Envi Con neben den beiden Geschäftsführern lediglich noch zwei weibliche Angestellte. Alzinger und Weber haben ihr Handwerk bei der MAN gelernt; sie bauten als Ingenieure Dampfturbinen für MAN Energie in der Frankenstraße. 1999 sperrte das Traditionsunternehmen zu. Sobald sich die Neugründung herumgesprochen hatte, klopfte ein Kollege nach dem anderen bei Envi Con an. „Wir haben die MAN komplett beerbt“, freut sich Alzinger noch heute. „Viele sind noch immer da.“ Derzeit erwirtschaften bei Envi Con rund 240 Ingenieure – mit einem Durchschnittsalter von 41 Jahren einen Jahresumsatz von 25 bis 30 Millionen Euro.

Und was ist aus den ehemaligen Mietern des Hauses geworden, das dem Neubau weichen musste? „Wir hatten damit eigentlich nichts zu tun“, sagt Alzinger. Das war Sache des vormaligen Grundstückseigentümers, der Münchner Dibag. „Aber wir wissen, dass die Leute jetzt in ihrem Eigentum wesentlich besser wohnen als zuvor.“
  

Uschi Assfalg

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