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Abholz-Termin ist unerwartet nahe

Geplantes Wohngebiet an der Regensburger Straße: Der Bauherr will schon im Winter loslegen - 11.10.2016 17:09 Uhr

Auf der Fläche zwischen Bahngleisen, Regensburger Straße und Hans-Kalb-Straße muss der Baumbestand weitestgehend plattgemacht werden. Der Bauherr will bald loslegen. © Foto: Bayerische Vermessungsverwaltung


Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Vorstadtverein Zabo. Umlagert an diesem Abend war ein Modell in der Größenordnung von zwei nebeneinanderliegenden Laptops. Auf weißer Fläche sind dort in Pastellfarben gekleidete Häuser zu sehen, die an der Ecke Regensburger Straße/Hans-Kalb-Straße umgürtet von einem Wäldchen mäandrieren.

Es handelt sich um den Preisträger eines Ideenwettbewerbs, den die Berliner Architekten Armin Behles und Jasper Jochimsen gewonnen haben. Mehrfach wird an diesem Abend betont, dass dies noch nicht verbindlich sei, sondern eben der Gewinn eines Ideenwettbewerbs.

Die Skepsis bei den gut 50 Zuhörern will an diesem Abend nicht weichen. Weder als Zweier und Dengler berichten, dass die Neubauten als Lärmschutzwall fungieren sollen, noch, als sie darauf hinweisen, dass es dank eines ebenfalls vorgesehenen Parkhauses und der Stellplatzverordnung ausreichend Parkplätze für die Neubewohner der geplanten 500 Wohneinheiten geben werde.

„Nicht generell dagegen“

In weiten Teilen der Diskussion sind dennoch alle Beteiligten um Sachlichkeit bemüht. Die Haltung des Vorstadtvereins ist klar: „Wir sind nicht generell gegen eine Bebauung, aber wir lehnen ein derart hoch verdichtetes Wohngebiet ab.“

Als es dann allerdings um die durch den Bau erforderliche Abholzung des Waldstückes geht, scheint die Luft im Theatersaal des August-Meier-Heims zu brennen. Bis auf einen überschaubaren Rand müssen die Bäume zwischen Bahnlinie, Regensburger Straße und Hans-Kalb-Straße weichen. Wann denn die Abholzung beginne, wollten die Bürger wissen. „Jetzt im Winter“, antwortet Zweier.

Der Zeitpunkt trifft die Bürger unerwartet. Und es wird nicht besser, als sie erfahren, dass der Bauantrag erst im nächsten Jahr gestellt werde. Zweier versucht zu erklären, dass ja vor dem Hochbau Wasserleitungen und Strom gelegt werden müssen, wofür der Erdaushub nötig sei und eben Platz geschaffen werden müsse. Dengler springt ihm zur Seite und wirbt um Verständnis dafür, dass die Abrodung nur zu Zeiten möglich ist, in denen die Vögel nicht brüten — aber es hilft nichts.

Antwort unbefriedigend

Warum jetzt der Wald weg müsse, wo doch der Bauantrag noch nicht eingereicht sei und so schnell doch ohnehin nichts weiter passiere — die Zuschauer sehen keine befriedigende Antwort. „Wann wollten Sie uns eigentlich darüber informieren?“, fragt ein Teilnehmer.

„Die Bäume müssen früher oder später sowieso weg“, gibt Zweier zurück. Ein Anwohner kontert: „Jeder Tag, an dem die Bäume noch länger stehen, ist ein Gewinn.“ Man werde, so lenkte Zweier schließlich ein, nochmals darüber nachdenken, ob eine Abholzung im nächsten Jahr noch genüge.

Außerdem, sichert Dengler am Ende der Veranstaltung zu, werde man, wenn sich die Pläne konkretisieren und man tiefer einsteige, erneut ein Treffen organisieren. Dieses Angebot ist auch im Sinne der Teilnehmer und der Mitglieder des Vorstadtvereins Zabo. 

RURIK SCHNACKIG

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