Donnerstag, 15.11.2018

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Aero-Dienst statt Eurowings

ADAC-Tochter übernimmt Flugzeughalle - 07.05.2011 09:55 Uhr

Diese Bilder gehören bald der Vergangenheit an: Die ADAC-Tochter Aero-Dienst übernimmt ab September die Flugzeughalle des Luftfahrtunternehmens Eurowings. © Michael Matejka


Wie Aero-Dienst-Geschäftsführer Oliver Weissenberger am Rande des Wirtschafts- und Parlamentariertreffens des ADAC der NZ bestätigte, mietet sein Unternehmen die bislang von Eurowings genutzte Halle ab 1. September vom Flughafen an. Der Vertrag werde für eine Dauer von fünf Jahren geschlossen.

Mit der Eurowings-Flugzeughalle gewinnt Aero-Dienst 2500 Quadratmeter überdachte Stellfläche für Flugzeuge hinzu, die zur Wartung anstehen. Die Hallenkapazitäten des Unternehmens wachsen damit auf 8000 Quadratmeter. Erst im Jahr 2008 hatte Aero-Dienst zum 50-jährigen Firmenjubiläum eine dritte Werfthalle am Nürnberger Flughafen in Betrieb genommen.

Der Aero-Dienst ist seit 1998 eine hundertprozentige Tochterfirma des ADAC. Gegründet wurde das Unternehmen 1958 in Nürnberg von den Firmen Diehl und Faun als Wartungsunternehmen für die Luftfahrt. Das Unternehmen versteht sich als Komplettanbieter in der Geschäftsreiseluftfahrt. Es hat eigene Flugzeuge in Betrieb, bietet die Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen an, kauft und verkauft Flugzeuge und managt den Flugzeugbetrieb für diverse Kunden.

Mit vier speziell ausgerüsteten Ambulanzflugzeugen betreibt der Aero-Dienst den fliegenden Krankenrücktransport des ADAC. Zwei der Flugzeuge vom Typ Dornier 328 sind auch für den Transport schwer erkrankter Patienten geeignet. Mit rund 230 Mitarbeitern, davon 32 Piloten, erwirtschaftet das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro.

Wie die Anmietung der ehemaligen Eurowings-Flugzeuge zeigt, wächst das Geschäft mit der Flugzeugwartung stetig an. 10 bis 20 ehemalige Eurowings-Mitarbeiter wolle sein Unternehmen übernehmen, erklärte Weissenberger. Wenn die neue Halle „in der Endstufe“ ausgelastet sei, womit Weissenberger in etwa fünf Jahren rechnet, dann sollen bis dahin etwa 50 neue Arbeitsplätze geschaffen sein. Ob der Aero-Dienst darüber hinaus noch weitere Hallenkapazitäten am Nürnberger Flughafen braucht, lasse sich derzeit aber nicht sagen. Das sei eine Frage der Entwicklung von zehn Jahren, so Weissenberger.

Im Frühjahr 2010 hatte Eurowings angekündigt, seine Flugzeugflotte auf dem Flughafen Düsseldorf zu konzentrieren. Dafür werden die Standorte Nürnberg und Dortmund aufgegeben. Rund 200 Arbeitsplätze sind davon in Nürnberg betroffen. Dass die Eurowings-Halle deshalb frei werde, bezeichnete Aero-Dienst-Geschäftsführer Weissenberger als „glücklichen Umstand“ für sein Unternehmen.

  

Stephan Sohr E-Mail

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