Dienstag, 18.12.2018

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Auf dem Sportplatz entsteht ein Römerboot

Schiffsbau der Uni-Historiker hat begonnen - 14.03.2017 18:03 Uhr

Der Uni-Sportplatz verwandelte sich im März in eine große Holzwerkstatt als das mobile Sägewerk anrückte. © Mathias Orgeldinger


Der Nachbau eines 1900 Jahre alten Römerschiffs stellt das Team um Althistorikprofessor Boris Dreyer ständig vor neue Herausforderungen. Denn die Infrastruktur eines innerstädtischen Sportplatzes ist nun einmal nicht für die Holzverarbeitung ausgelegt. Schon im Vorfeld war klar, dass der Holztransporter nicht bis zum Bauplatz fahren kann, der im hinteren Teil des eingezäunten Unisportgeländes liegt. Deshalb müssen die 15 Kiefern, zwei Fichten und zwei Eichen im Eingangsbereich zwischengelagert werden. Der Kranführer muss die bis zu 20 Meter langen Stämme abladen, ohne die Tartanbahn zu beschädigen.

Am Donnerstag treffen Thomas Lühring und sein Mitarbeiter nach achtstündiger Fahrt mit ihrem mobilen Sägewerk ein. Trotz strömenden Regens ist die zwanzig Meter lange Blockbandsäge in kurzer Zeit aufgebaut. Zwei Gabelstapler werden angeliefert, einer kann Lasten von über drei, einer von fünf Tonnen heben. Wenn ein Stapler vorne und einer hinten "anpackt", sollte es möglich sein, die Stämme einzeln vom Lagerplatz zur "Werft" zu transportieren. Es sei denn, die Fahrzeuge versinken auf den letzten Metern in der feuchten Wiese.

Doch dazu kommt es nicht. Selbst die acht Meter lange und über fünf Tonnen schwere Eiche findet schließlich ihren Platz auf der Säge. "So einen dicken Brocken hatte ich schon seit vielen Jahren nicht mehr", sagt Lühring, der mit seiner Spezialfirma deutschlandweit unterwegs ist.

Eiche wird zum Rückrat des Schiffs

Im Gegensatz zu stationären Sägewerken kann er jeden Stamm individuell zuschneiden. So wie es Bootsbaumeister Matthias Helterhoff braucht. Die Eiche wird er zum Kiel, dem Rückgrat des Schiffs, biegen. Aus Kiefern entstehen Spanten und Planken, das Gerippe und die Außenhülle. Eine Tanne wird zum neun Meter hohen Mast und den Rudern verarbeitet. In einem Jahr, pünktlich zum 275-jährigen Jubiläum der Uni, soll die FAN vom Stapel gelassen werden. 16 Meter lang und 2,5 Meter breit soll das Römerboot nach historischem Vorbild sein, damit 20 Mann rudern können.

In drei Schichten sind beim ersten Arbeitseinsatz zeitweise bis zu zehn Helfer im Einsatz. Sie ziehen die Bretter von der Säge, schlichten sie auf, fertigen Stapelleisten aus Abfallholz und gehen den Profis zur Hand. Am 24. April gibt es ein Wiedersehen – dann soll der Schiffsbau richtig beginnen. 

Mathias Orgeldinger

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