Sonntag, 18.11.2018

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Bayer verschenkt nichts: Tolles Kießling-Comeback

17.12.2010 10:39 Uhr

Leverkusens Stefan Kießling (r) spielte gegen Atlético Madrid stark auf. © dpa


«Als der Trainer sagte, 'lauf dich warm', war das wie eine Befreiung», sagte der 26-jährige Fußball-Nationalstürmer nach seinem tollen Comeback in der letzten Gruppenpartie der Europa League. «Für mich ist das Spiel gut gelaufen», urteilte Kießling. «Ich habe sogar einen Assist gemacht.»

Kießlings Kopfball-Vorlage nutzte Sturmpartner Patrick Helmes (69. Minute) zur 1:0-Führung, die Fran Mérida (72.) fast postwendend für die im Schneegestöber von Leverkusen fast erstarrten Madrilenen ausglich. 88 Tage musste Kießling nach einem Riss im Syndesmoseband pausieren, den er sich im Bundesligaspiel gegen seinen Ex-Club 1. FC Nürnberg zugezogen hatte. «Es war eine Rechnerei. Eigentlich sollte ich Mitte Januar zum Rückrundenstart wieder auf dem Platz stehen», kommentierte er die fixe Genesung. «Ich muss nun Vertrauen zu meinem Fuß aufbauen. Es wird noch einige Wochen und Monate dauern, bis alles ganz in Ordnung ist», sagte Kießling.

«Er hat sich prima eingefügt, das war wichtig für uns», lobte Chefcoach Heynckes den nach der Pause eingewechselten Angreifer. In Kießling und dem ins Training zurückgekehrten Mittelfeldstar Michael Ballack, der eine Fraktur des Schienbeinkopfes auskurieren musste, hat der Verfolger von Spitzenreiter Borussia Dortmund zwei Trümpfe in der Hand. «Ich hoffe, dass auch Ballack in der Rückrunde zur Verfügung steht. Dann haben wir in der Rückrunde eine Mannschaft beisammen, die weiter verbessert sein wird», sagte Heynckes, dessen Team mit elf Pflichtspielen ohne Niederlage einen Höhenflug erlebt.

Um an dem mit elf Punkten Vorsprung enteilten BVB dranzubleiben, ist ein Sieg am Sonntag gegen den SC Freiburg Pflicht. «Nach dem Spiel gegen Madrid sind die Spieler zufrieden in die Kabine gekommen. Deshalb bin ich optimistisch vor dem Freiburg-Spiel», so Heynckes. «Wir wollen das Jahr positiv abschließen. Es wäre fahrlässig, wenn wir nachlässig sein würden.»

Erstklassig hat der 65-Jährige die Werkself, die ungeschlagen schon vor der letzten Begegnung den Einzug in die K.o.-Runde am 17. und 24. Februar geschafft hatte, durch die Europa League geführt. Sein Erfolgsrezept: Rotation im großen Stil. Gegen Atlético bot der Trainer-Fuchs neun neue Spieler in der Startelf auf, beim Gruppenzweiten Aris Saloniki und gegen Rosenborg Trondheim war die Quote kaum geringer. «Ich habe rotiert, auch wenn Außenstehende sagten, dass ist zu riskant», meinte Heynckes. «Man sieht nun, dass wir nur Stammspieler im Kader haben.»

Das Wagnis, junge Spieler aus der zweiten Reihe im internationalen Wettbewerb reifen zu lassen, hat sich ausgezahlt. «Er hat auch die Jungen und Unerfahrenen ins Haifischbecken Europapokal geworfen, und sie haben es ihm gedankt. Jupp hat alles richtig gemacht», lobte Bayer-Sportchef Rudi Völler im «BayArena»-Magazin, dessen Bilanz der ersten Saisonhälfte positiv ausfällt: «Eine beeindruckende Leistung.» 

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