Dienstag, 20.11.2018

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Bozen wird die neue Partnerstadt von Erlangen

Der katholische Aktivist Josef Mayr-Nusser als Dreh- und Angelpunkt - 23.03.2018 15:00 Uhr

Ein Obstmarkt in der Fußgängerzone von Bozen. Im Juni soll eine offizielle Delegation der Stadt Erlangen in die Landeshauptstadt Südtirols reisen, um einen Partnerschaftsvertrag zu unterzeichnen. © Stephan Brünjes


Manch einer in Erlangen weiß es bereits: Bozen und die Hugenottenstadt haben eine Persönlichkeit der jüngeren Zeitgeschichte gemein: Josef Mayr-Nusser. Im vergangenen Jahr hat Oberbürgermeister Florian Janik zur Seligsprechung von Josef Mayr-Nusser dessen Heimatstadt Bozen besucht und stieß dabei im Gespräch mit seinem Amtskollegen auf großes Interesse an einer Städtepartnerschaft.

Zudem konnte Janik miterleben, wie groß der Respekt vor und wie lebendig die Verehrung für Mayr-Nusser, nach dem auch die Fachakademie für Sozialpädagogik in Baiersdorf benannt ist, in Südtirol ist.

Mayr-Nusser stammt aus einer frommen, katholischen Bauernfamilie. Im Jahre 1934 arbeitete er als Führungskraft im Verein "Azione Cattolica" und war zuständig für den Südtiroler Teil der Erzdiözese von Trient. Nach Errichtung der "Operationszone Alpenvorland" wurde Mayr-Nusser am 7. September 1944 mit vielen anderen "Dableibern" zur Wehrmacht eingezogen und der Waffen-SS zugeteilt. Nachdem er am 4. Oktober 1944 in Konitz (Westpreußen) den SS-Eid verweigerte, wurde er zum Tode verurteilt. Auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau starb er am 24. Februar 1945 auf dem Bahnhof Erlangen an den Folgen der Haft.

Im "Vereinbarungsprotokoll" wird betont, dass Mayr-Nusser "Charakterstärke und Zivilcourage zeigte" und ergänzt: "Die Geschichte von Josef Mayr-Nusser, sein Glaubenszeugnis und seine Zivilcourage dienen als Vorbild für alle Bürger Europas."

Auf Einladung von Bozen soll im Juni eine offizielle Erlanger Delegation unter Leitung des Oberbürgermeisters mit Beteiligung der Stadtratsfraktionen, aber auch des katholischen Dekanats und der Fachakademie nach Südtirols reisen, um den Partnerschaftsvertrag zu unterzeichnen. Bereits Mitte Februar hatte der Ältestenrat ohne Gegenstimme der Partnerschaft mit dem Ziel einer vertieften Kooperation in den Bereichen Kultur, Sport, Jugend, Kirchen, Bildung, Integration, Inklusion, Wissenschaft und Vereinswesen zugestimmt. 

S. MÖSSLER–RADEMACHER

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