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Bratwurst besser geschützt als Nürnberger Arbeiter?

01.10.2010 09:40 Uhr

Einen Auftritt von Uli Hoeneß, dem Fußball-Promi, bei den Kammergesprächen in Nürnberg nutzten Gewerkschaftsmitglieder zum Protest gegen Uli Hoeneß, den Unternehmer.

Einen Auftritt von Uli Hoeneß, dem Fußball-Promi, bei den Kammergesprächen in Nürnberg nutzten Gewerkschaftsmitglieder zum Protest gegen Uli Hoeneß, den Unternehmer. © Stefan Hippel


„Im Grunde sind die Nürnberger Rostbratwürste besser geschützt als die Beschäftigten in den Herstellungsbetrieben“, sagt Regina Schleser, Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten ( NGG) Nürnberg-Fürth im Interview mit den Nürnberger Nachrichten. Insbesondere HoWe steht in der Kritik.

Hungerlohn trotz erschwerter Arbeitsbedingungen

Laut NGG verdienen einige Mitarbeiter bei Hoeneß gerade mal 1380 Euro brutto - und das obwohl sie unter erschwerten Bedingungen bei Nässe und Kälte arbeiten müssen. Zudem setze HoWe auf Zeitarbeiter, was Arbeitnehmer diszipliniere und Gegenwehr unterdrücke.

Lautstark machten am Donnerstag die NGG und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Mittelfranken auf die Probleme bei HoWe aufmerksam: Uli Hoeneß hielt in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg eine Rede zum Thema „Fair-Play und Torinstinkt — Was zeichnet einen erfolgreichen Unternehmer aus?“. Währenddessen protestierten Arbeiter und Gewerkschafter vor dem Gebäude.

Ein Gespräch mit den Gewerkschaftsvertretern lehnte Uli Hoeneß am Abend ab: „Wir brauchen uns doch nicht ans Bein pinkeln zu lassen. Wir haben ein total reines Gewissen. Wer mich kennt, der weiß, ich lasse mir nichts gefallen. Keinen Millimeter weiche ich zurück.“ 

Scha / NN / NZ

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