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Coolrider schauen nicht weg

Jugendliche sollen bei Streitereien im Schulbus schlichten - 31.05.2014 13:00 Uhr

Die ersten Coolrider im Landkreis von der Realschule Zirndorf. © privat


Coolrider sind Mädchen und Jungen, die nach einer speziellen Schulung versuchen sollen, „cool“ zu bleiben und besonnen einzugreifen, wenn es zu Streitereien im Schulbus kommt, damit die Lage nicht weiter eskaliert. Das Projekt gehört in Deutschland zu den Vorzeigeprogrammen bei Fahrzeugbegleitern. Seit 2002 gibt es die Initiative, die von der Verkehrs AG Nürnberg, Nürnberger Schulen und der Polizeidirektion Nürnberg gestartet wurde – mit dem Ziel, Jugendliche auszubilden, die zum Schutz der Fahrgäste und zur Vermeidung von Sachbeschädigung eingesetzt werden.

Auf Initiative von Polizeidirektor Hermann Guth in seiner Funktion als Beiratsvorsitzender des Präventionsvereins 1-2-3 hat der Vorstand des Vereins entschieden, das Projekt in den Landkreis zu tragen. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt dabei durch die VAG. In einer ersten Maßnahme wurden Jugendliche der Realschule Zirndorf für die ehrenamtliche Tätigkeit ausgebildet. Elf davon erhielten nun ihre Urkunden.

Auch die Mittelschule Zirndorf wird sich beteiligen – der Startschuss fällt noch im Mai. Um möglichst alle Schularten innerhalb des Landkreises abzudecken, versucht der Verein, noch ein Gymnasium für das Projekt zu gewinnen. Sobald erste praktische Erfahrungen vorliegen, wird der Präventionsverein 1-2-3 das Projekt bewerten und eine Entscheidung über die weitere Vorgehensweise treffen.

„Coolrider sagen etwas, wenn sich andere Fahrgäste falsch verhalten, sie wirken deeskalierend, wenn es zu Auseinandersetzungen kommt“, erläuterte Landrat Matthias Dießl. Coolrider-Projektleiterin Andrea Leißner ergänzte: „Coolrider treten für Schwächere ein und unterstützen auch ältere Menschen in ihrer Mobilität. Bevor sie sich Coolrider nennen dürfen, durchlaufen sie eine zwanzigstündige Ausbildung.“

Von dem Projekt profitieren alle: die Verkehrsunternehmen, die Fahrgäste und auch die jugendlichen Coolrider selbst. „Denn sie lernen, Konfliktpotenziale und Gefährdungen zu erkennen und vor allem einzuschätzen sowie Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, sich dabei aber niemals selbst in Gefahr zu begeben. In der Ausbildung wird zudem ihr Selbstvertrauen gestärkt“, sagte Matthias Dießl.

An der Ausbildung zum Coolrider können Schüler ab dem 13. Lebensjahr teilnehmen. Jede Trainingseinheit wird von zwei erfahrenen Coaches geleitet, zudem sind immer ein qualifizierter Polizeibeamter und ein pädagogisch ausgebildeter Mitarbeiter der Schule mit dabei. Seit seinem Beginn 2002 ist das Projekt Coolrider kontinuierlich gewachsen. Mittlerweile wurden Schüler von insgesamt 60 Schulen, zehn in Nürnberg und 40 in der Region, ausgebildet. Über 3000 Schüler haben in den vergangenen zehn Jahren die Coolrider-Ausbildung erfolgreich absolviert. 

fn

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