Mittwoch, 21.11.2018

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Das Nürnberger ICE-Werk ist bis 2013 ausgelastet

Bahn lässt jetzt die 44 Schnelltriebzüge der zweiten Generation erneuern - 18.02.2011

Ausfahrt nach mehreren Wochen in der Werkstatt: der erste komplett erneuerte ICE-2 im Werk am Hasenbuck. © Weigert


Im Schritttempo rollte der neu gestaltete Zug aus der Halle – ein symbolischer Moment, in Szene gesetzt vor allem für Fotografen und Kamerateams. Einblick in die Arbeitsabläufe wollte die Bahnspitze gestern dagegen noch nicht gewähren; ein Gang durch den Betrieb soll erst zu einem späteren Zeitpunkt angeboten werden.

Dafür erläuterte ein Bahnsprecher in Berlin, was unter „Redesign“ genau zu verstehen ist: Das äußere Erscheinungsbild der Züge bleibt zwar, von einer neuen Lackierung abgesehen, weitgehend erhalten. Umso mehr ändert sich im Inneren: Sämtliche Sitze, insgesamt 17000, werden durch neue ersetzt, ebenso Tische, Rollos und natürlich die Teppichböden. Die Bordrestaurants erhalten rote Lederpolster und eine Infrarot-Heizung.

Dank einer leicht veränderten Raumaufteilung lassen sich 13 zusätzliche Sitzplätze unterbringen – ohne Verlust an Beinfreiheit, wie ein Bahnsprecher betont. Den veränderten Bedürfnissen entsprechend, finden sich künftig Steckdosen an allen Doppelsitzen; Die WLAN-Ausstattung erlaubt mobiles Surfen im Internet.

Bahn investiert 100 Millionen Euro

Deutliche Verbesserungen gibt es bei der Fahrgastinformation durch zusätzliche Konsolen und Hinweise auf Anschlusszüge in „Echtzeit“, also gegebenenfalls mit Verspätungsmeldung. Ein zusätzlicher Stellplatz für Rollstühle und ein Leitsystem für Sehbehinderte erleichtern betroffenen Fahrgästen die Reise und die Orientierung. Pro Zug – bestehend aus einem Triebkopf, einem Steuer- und sechs Mittelwagen – sind jeweils 70 Mitarbeiter damit beschäftigt, insgesamt 12.000 Einzelteile aus- und einzubauen. Für eine Komplettsanierung sind etwa fünf Wochen pro Zug veranschlagt. Die Bahn steckt nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro in das Programm.

Das Redesign bei den ICE-Zügen der ersten Generation ist bereits abgeschlossen. Die Modernisierung soll nach jeweils 15 Jahren dafür sorgen, dass die Fahrzeuge noch einmal so lange durch Deutschland rollen können. Im kommenden Jahr kann die Bahn das 100-jährige Bestehen des Werks am Hasenbuck feiern. Unterdessen laufen Bemühungen, für die Periode ab 2013 auch das Redesign der ICE-3-Garnituren für Nürnberg zu sichern. 

W. HEILIG–ACHNECK

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