Mittwoch, 21.11.2018

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Der Vater des Quelle Challenge

Zum Tode von Triathlon-Veranstalter Herbert Walchshöfer - 29.10.2007

«Wir sehen uns an der Finishline»: Herbert Walchshöfer kämpfte auch nach seiner Lungentransplantation für seinen Triathlon. Am Freitag verlor er seinen «ganz eigenen Challenge». © Fengler


Sein Sohn Felix Walchshöfer nahm das Mikrofon an sich, sprach ein paar Worte, umarmte seinen Vater, dann herzten ihn Tochter Kathrin und Frau Alice. Allen kullerten die Tränen über die Wangen, als ob sie wussten, dass es der letzte Challenge Roth für Herbert Walchshöfer sein würde. Nach einer Lungentransplantation am 7. Januar 2005 und mehreren Komplikationen war Herbert Walchshöfer nie mehr richtig zu Kräften gekommen, auch wenn ihm vor allem seine Familie und sein Sport Mut und Zuversicht geschenkt hatten. In den frühen Morgenstunden des Freitags starb der 58-jährige Triathlon-Veranstalter im Nürnberger Nordklinikum.

Herbert Walchshöfer hat den Quelle Challenge Roth zu einem weltweit geschätzten Qualitäts-Triathlon ausgebaut. Als Nachfolger von Detlef Kühnel als Veranstalter des Langdistanz-Triathlons im Landkreis Roth hat er ab dem Jahr 2002 eine eigene Marke geschaffen, die parallel zum «Ironman»-Label nun selbst weiter vermarktet wird. In Neuseeland gab es heuer den ersten Challenge Neuseeland, im nächsten Jahr im Elsass den ersten Challenge Frankreich.

Mit Unternehmergeist, Risikofreudigkeit und vor allem oftmals übermenschlichem Engagement hat sich Herbert Walchshöfer an seine Aufgaben gemacht. Egal, ob in seinen frühen Berufsjahren als Verlagskaufmann bei der Nürnberger Zeitung, in der Geschäftsführung der Nürnberger Congress- und Tourismuszentrale, als einer der Initiatoren des Bardentreffens und des Spargelmarktes, als selbstständiger Inhaber einer Werbeagentur - oder eben als Veranstalter des «Best old Race», wie der Rother Triathlon von der Fachpresse einmal genannt worden ist.

Zusammen mit seiner Frau Alice, Sohn Felix und Tochter Kathrin etablierte Herbert Walchshöfer den Challenge Roth neben dem neu geschaffenen Ironman in Frankfurt am Main. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Einwohner, der begeisterte Applaus der Zuschauer am Solarer Berg, an der Biermeile in Eckersmühlen und im Zielbereich am Rother Festplatz sprachen sich auf der ganzen Welt herum. Nach dem Ironman auf Hawaii hat kein Rennen der Welt so viele Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern wie der Challenge Roth. Ein Verdienst des Veranstalters, der als Sprecher und Helfer schon bei den ersten kleineren Triathlon-Veranstaltungen im Landkreis in den 80er Jahren mitgewirkt hatte.

Schon in den vergangenen Jahren hat Sohn Felix immer stärker das operative Geschäft übernommen. Herbert Walchshöfer kümmerte sich vor allem um die strategischen Entscheidungen - auch vom Krankenbett aus. Als der neue Challenge France Ende September auf einer Pressekonferenz im Elsass vorgestellt wurde, rief Herbert Walchshöfer noch während der Veranstaltung an, um sich zu erkundigen, wie die Konferenz gelaufen ist. Zufrieden hat er registriert, dass seine Familie die Veranstaltung hervorragend im Griff hat und der siebte Challenge Roth am 13. Juli 2008 längst ausgebucht ist. Sein Lebenswerk ist lebendig und in guten Händen. 

Markus Kaiser

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