Sonntag, 18.11.2018

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Fischsaurier in Burgthann aufgetaucht

Arbeiter förderten am alten Kanal Knochen zutage - Angst vor Raubgräbern - 13.10.2010 12:57 Uhr

Fossiliensammler Ludwig Schmidkonz fand bei 2009 bei Meilenhofen 14 Wirbel eines Ichthyosauriers. © Biersack


Im Wasserwirtschaftsamt Nürnberg, das für die Baumaßnahme verantwortlich zeichnet, gibt man sich zurückhaltend: „Das sind Gerüchte“, sagt der für das Nürnberger Land zuständige Rainer Ketterle. Ob Fischsaurier oder nicht, „das ist derzeit alles Spekulation. Es sind Knochen, die darauf hindeuten, mehr aber auch nicht.“ Experten sollen nun für Klarheit sorgen.

„Das könnte der Rest sein“, meint hingegen der Altdorfer Fossilien-Experte Udo Kursawe. Der Rest eines mächtigen Fischsauriers, dessen Schädel 1834 beim Bau des Ludwigskanals ans Tageslicht kam. Den 870 Meter langen und 14,50 Meter tiefen Einschnitt grub die Nürnberger Maschinenfabrik Wilhelm Späth mit einem Schaufelbagger mit Dampfmaschinenantrieb. Ein Aufseher, sagt Kursawe, fand im Abraummaterial nahe dem heutigen Weiler Kaserne den Schädel.

Die Knochen, die bislang am Kanal geborgen wurden, deuten auf einen Fischsaurier hin, der so ausgesehen haben könnte. Das obige Expemplar stammt aus Stuttgart, und wurde im Jahr 2000 gefunden. © NN Archiv



Das mächtige Stück, es misst 1,63 Meter, findet sich heute samt einiger Rippenstücke im Ansbacher Marktgrafen-Museum; ein Duplikat des Kopfes liegt im Burgthanner Kanalmuseum.

Zugeknöpft gibt man sich auch im Neumarkter Büro Petter Ingenieure. Von einem Fund will man nichts wissen, und das mit gutem Grund. Schon jetzt kommen nach Feierabend Raubgräber, die den Abraum nach Fossilien durchsuchen. Nicht weit entfernt, auf Berger Grund in der Oberpfalz, fand sich anfang der 70er Jahre ein junger Ichthyosaurier. Das 67 Zentimeter lange, delphinartige Meeresreptil ist in seinem Stellenwert für die Forschung mit dem Solnhofener Urvogel Archäopteryx vergleichbar. 

wof

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