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Freitag, 14.12.2018

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Freie Sicht auf die Kläranlage?

Naturschützer kritisieren Rodungspläne für Hang der Schwarzachklamm - 05.11.2012 18:45 Uhr

Ursula Siebenlist (links) erläuterte in der Schwarzachklamm die Situation: An der Hangkante, in der Nähe der Kläranlage, sollen Fichten in unbekannter Zahl gefällt werden. © Blinten


Werden Wanderer in der Schwarzachschlucht demnächst freie Sicht auf die Schwarzenbrucker Kläranlage haben? Genau das befürchtet der Bund Naturschutz, der vor einem großflächigen Abholzen eines Baumbestands in der Nähe des Faulturms warnt. Tatsächlich müssen aus Sicherheitsgründen eine Reihe alter Fichten in der Nähe des Bauwerks gefällt werden. Dem stimmt auch der BN zu. Strittig ist, wie viele Bäume fallen müssen.

Die ausgewählten Fichten müssten vor der Fällaktion gekennzeichnet werden, forderte die BN-Ortsvorsitzende Ursula Siebenlist. Ihre Befürchtung: Im Naturschutzgebiet Schwarzachklamm, in dem eigentlich nur eine Einzelstammentnahme erlaubt ist, sollen mehr Bäume abgesägt werden als derzeit in Aussicht gestellt.

Verantwortlich für die Rodung ist der Kanalisationszweckverband (KZV) Schwarzachgruppe. Der hat angekündigt, während der Fällungen mittels Lasertechnik feststellen zu lassen, welche Bäume abgesägt werden müssen. Beobachten lassen will sich der KZV dabei aber nicht. Der technische Leiter des Zweckverbands lehnte eine entsprechende Bitte von Schwarzenbrucker Bürgern ab — für den BN ein weiteres Zeichen dafür, dass nicht nur in unmittelbarer Nähe zum Faulturm abgeholzt werden soll.

Persönlich haftbar

Bei der Unteren Naturschutzbehörde am Laufer Landratsamt hatte sich der Bund Naturschutz eigentlich Unterstützung erhofft. Der BN erhielt jedoch die Auskunft, dass dem Vorhaben zugestimmt werden müsse. Mitarbeiter der Behörde könnten persönlich haftbar gemacht werden, wenn es zu Sturmschäden mit Bäumen käme, deren Fällung von Amts wegen verhindert wurde.

Dass es sich die Fachbehörden mit ihrer Entscheidung für das Fällen der Fichten zu einfach gemacht hätten, weist Christine Brahm von der Unteren Naturschutzbehörde in Lauf zurück. Man habe sich gründlich mit der Angelegenheit befasst.

Am 21. September hatte es einen Ortstermin mit Vertretern der Laufer Behörde, der mittelfränkischen Regierung, der Forstbehörde, der Gemeinde und des KZV gegeben. Der Bund Naturschutz sei dazu zwar eingeladen gewesen, so Christine Brahm. „Es ist aber niemand vorbeigekommen.“

Dafür haben sich unlängst interessierte Bürgerinnen und Bürger auf Einladung des BN vor Ort umgesehen. Ursula Siebenlist erläuterte in der Schwarzachklamm unterhalb der Kläranlage die Situation. Dabei wurden Forderungen laut, Bürgermeister Bernd Ernstberger und der Gemeinderat sollten sich in der Sache stärker engagieren. 

ALEXANDER BLINTEN

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