Dienstag, 20.11.2018

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"Für Franken wird zu wenig getan"

OB Balleis übt Kritik an "Invest in Bavaria" - 23.09.2011 17:52 Uhr

Doch mit dem Ergebnis ihrer Arbeit ist Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis (CSU) unzufrieden. Denn von 60 Firmen, die 2010 angeworben wurden, ließen sich nur drei in Franken nieder. Dabei würden gerade in Nordostoberfranken Arbeitsplätze fehlen. „Selb ist ganz massiv gebeutelt.“ Denn in den Porzellanunternehmen der Stadt fielen viele Arbeitsplätze weg.

Beim Treffen der Arbeitsgemeinschaft Fränkischer Oberbürgermeister in Erlangen, das im Frühjahr und Herbst stattfindet, war „Invest in Bavaria“ das wichtigste Thema. „Wo keine Arbeit ist, ziehen die Leute weg“, erklärte Balleis.

Damit mehr Firmen Franken entdecken, fordert die Arbeitsgemeinschaft eine Niederlassung der Agentur auch in Franken, „damit Mitarbeiter wissen, welche Angebote in Franken vorhanden sind“, sagte Balleis, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft ist. Bislang sitzt „Invest in Bavaria“ in München. Eine Agentur mit „Mitarbeitern aus Franken“ hätte dabei einen Vorteil: Sie kennen sich in der Region aus. Zudem wollen die fränkischen Oberbürgermeister den Wirtschaftsminister in die Runde einladen, denn die Ansiedlungsagentur untersteht dem bayerischen Wirtschaftsministerium.

Oberfranken leidet unter Bevölkerungsschwund

Indiens Generalkonsul Anup Kumar Mudgal (re.) und Wirtschaftsreferent Roland Fleck (3.v.re.) im Gespräch mit Johann Niggl von „Invest in Bavaria“ (2.v.re.).


In der Arbeitsgemeinschaft, die es seit 1988 gibt, um Lösungen bei Problemen auszutauschen, wurde auch der kommunale Finanzausgleich diskutiert. Oberfanken leide massiv unter Bevölkerungsschwund, sagte Balleis. Bis zum Jahr 2025 würde es in Wunsiedel 22 bis 23 Prozent weniger Einwohner geben. Nach den Vorstellungen der Arbeitsgemeinschaft sollen jene Gebiete, die besonders stark vom Bevölkerungsrückgang betroffen sind, mehr Geld im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs erhalten. Damit dieses nicht von der Summe, die andere Städte erhalten, abgezogen wird, soll der Freistaat Bayern von vornherein mehr Mittel zur Verfügung stellen.

In Erlangen tauschten sich die Oberbürgermeister von Weißenburg, Kitzingen oder Coburg aber auch über Kaugummi auf Straßen, öffentliches Urinieren oder Sachbeschädigung aus – und konnten vom Mitglied Würzburg gleich lernen, wie eine Stadt für Ordnung und Sicherheit sorgen kann. Denn in Würzburg gibt es neben der Polizei auch einen kommunalen Ordnungsdienst. 

Christiane Fritz E-Mail

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