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Kampf gegen Verschwenk geht weiter

Fürther Aktionsbündnis kritisiert Haltung von Innenminister Joachim Herrmann - 19.08. 16:00 Uhr

FÜRTH  - Das Fürther Aktionsbündnis gegen den S-Bahn-Verschwenk bleibt unnachgiebig und hat den kürzlich erhobenen Vorwurf von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zurückgewiesen, es würde die Arbeiten an der Trasse unnötig verzögern.


„Wir sind nicht die Bremser des S-Bahnbaus“, betonen Harald Riedel (li.) und Lothar Wüstner im August beim Ortstermin im Knoblauchsland.
„Wir sind nicht die Bremser des S-Bahnbaus“, betonen Harald Riedel (li.) und Lothar Wüstner im August beim Ortstermin im Knoblauchsland.
Foto: Hans von Draminski
„Wir sind nicht die Bremser des S-Bahnbaus“, betonen Harald Riedel (li.) und Lothar Wüstner im August beim Ortstermin im Knoblauchsland.
„Wir sind nicht die Bremser des S-Bahnbaus“, betonen Harald Riedel (li.) und Lothar Wüstner im August beim Ortstermin im Knoblauchsland.
Foto: Hans von Draminski

Wie berichtet, hatte Herrmann vor einigen Tagen die Verantwortlichen in Fürth und Erlangen ermahnt, dem umstrittenen S-Bahn-Verschwenk über Steinach keine Steine mehr in den Weg zu legen, weil es sonst „auch in fünf Jahren noch keine neue S-Bahn“ gäbe.

„Das ist Augenwischerei“, sagt Harald Riedel, Sprecher des Aktionsbündnisses, beim Ortstermin in Steinach, wo nach dem Willen der DB-Planer ein neuer Haltepunkt mitten im Knoblauchsland entstehen soll. Der Fürther Grünen-Stadtrat erinnert daran, dass die Stadt Fürth schon im Juli 1992 nach Bekanntwerden der ersten S-Bahn-Trassierungspläne ihr Veto gegen die Verschwenk-Pläne eingelegt hatte. 18 Jahre später ist das Thema immer noch nicht vom Tisch.

Nach wie vor beharrt die Bahn darauf, die S-Bahnstrecke nach dem Fürther Bogen nicht entlang der bestehenden Bahnverbindung von Nürnberg nach Erlangen zu bauen, sondern einen „Schlenker“ über Steinach zu machen und hier einen Haltepunkt zu errichten. Dieser käme vor allem S-Bahn-Benutzern aus Nürnberg zugute, während man in Fürth um die Existenz des Bahnhofs Vach und des Haltepunktes Stadeln bangt.

Bahn in Schutz genommen

Harald Riedel und sein Sprecherkollege Lothar Wüstner nehmen die Bahn in Schutz: Diese baue nur, was ihr vom Freistaat Bayern aufgetragen werde. Auch das sture Festhalten an der Verschwenk-Lösung sei daher in erster Linie ein Problem zwischen der Staatsregierung und den betroffenen Kommunen.

„Die Verschwenkdiskussion betrifft nur einen ganz kleinen Teilabschnitt der Strecke zwischen Fürth und Erlangen“, erklärt Harald Riedel und belegt seine These anhand einer Übersichtskarte, in der die verschiedenen Trassierungsvarianten der S-Bahnstrecke nebeneinander betrachtet werden können.

Verzögerungen des Bahnbaus ergeben sich aus der Sicht des Aktionsbündnisses weniger durch die ungelöste Verschwenk-Frage als vielmehr dadurch, dass die Rahmenvorgaben noch nicht erfüllt sind: „Für den Abschnitt 16 vom Fürther Bogen bis Kleingründlach gibt es noch kein Planfeststellungsverfahren“, weiß Lothar Wüstner. Der folgende Abschnitt 17 ist zwar planfestgestellt. aber dafür steht die Finanzierung hier noch nicht. „Also sind auch nicht die Stadt und das Aktionsbündnis die Bremser, sondern das fehlende Geld“, schlussfolgern Riedel und Wüstner.

Seit kurzem beteiligt sich Herzogenaurach an der Diskussion: Würde die S-Bahn entlang der Bestandstrasse geführt, so könnte ein Bus von Herzogenaurach über Vach nach Großgründlach für eine deutliche Beschleunigung der Personenströme im Knoblauchsland sorgen. „Sogar eine völlige Neustrukturierung der Buslinien ist möglich“, sagen Riedel und Wüstner. 





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