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Freitag, 14.12.2018

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Menschenrechtspreisträger Samuel Ruíz Garcia gestorben

Trauer um die Symbolfigur im Kampf um die Menschenrechte der indigenen Völker - 25.01.2011 11:42 Uhr

Nach langer Krankheit ist Samuel Ruíz Garcia am Montag verstorben. © Günter Distler


"Mit seinem mutigen und unbeugsamen Eintreten für die Rechte der Indios hat sich Bischof Samuel Ruíz García jahrzehntelang auf vorbildliche Art und Weise für die Menschenrechte eingesetzt. Er hat sich damit auch gegen Diskriminierung und Intoleranz stark gemacht und den Schutz der Rechte bedrohter Menschen und Völker ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit gerückt. Er wird uns als stets mahnendes Vorbild in Erinnerung bleiben“, sagte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly in einer ersten Reaktion.

Samuel Ruíz García stand 40 Jahre lang an der Spitze des im Indio- Gebiet gelegenen südmexikanischen Bistums San Cristóbal de las Casas. Seit seinem Amtsantritt als Bischof im Jahre 1960 hat er für die Rechte der unterdrückten und ausgebeuteten indigenen Bevölkerung Mexikos gekämpft. Auch Todesdrohungen und ein Mordanschlag konnten den „Bischof der Indios“ nicht von seinem unermüdlichen Einsatz für die Rechte der Armen und Unterdrückten abhalten. Er ist so nicht nur zum Hoffnungsträger für die indianisch-stämmige Bevölkerung in seinem Heimatland Mexiko und in ganz Lateinamerika geworden, sondern weltweit auch zu einer Symbolfigur im Kampf um die Menschenrechte der indigenen Völker.

Kolumbianischer Journalist ist aktueller Preisträger

In diesem Jahr geht der kolumbianische Journalist Hollman Morris an den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Morris arbeitet seit 15 Jahren als Journalist und berichtet über die Opfer von Menschenrechtsverstößen und Gewaltverbrechen. In Kolumbien gibt es seit Jahrzehnten bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, Guerillagruppen und paramilitärischen Gruppen.

dpa © oh


Einige seiner Recherchen haben bewirkt, dass schwerwiegende Fälle von Menschenrechtsverletzungen nicht mehr straflos geblieben sind. Wegen seiner „journalistischen Anklagearbeit" sind Morris und seine Familie in den vergangenen zehn Jahren immer wieder angefeindet worden. So gehörte er zu der Gruppe von Journalisten, Oppositionspolitiker und Richter, deren Telefone die kolumbianische Staatssicherheit DAS illegal abhörte. „Wir zeichnen Hollmann Morris auch für seine Beharrlichkeit aus, der sich trotz Bedrohungen nie hat davon abhalten lassen, für seine Sache weiterzuarbeiten", betonte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly bei der Bekanntgabe des Preisträgers. 

Stadt Nürnberg

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