Sonntag, 18.11.2018

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Möblierter Hauptmarkt?

Debatte um den Neptunbrunnen - 16.04.2011 12:00 Uhr

Die Anlieger rund um den Stadtpark kämpfen um den Verbleib des Neptunbrunnens. © Harald Sippel


Rechtsanwalt Georg J. Rudolph übergab kürzlich Oberbürgermeister Ulrich Maly 921 Unterschriften – Rudolph, der seit 1978 in der Nähe des Stadtparks wohnt, hatte eine Initiative zum Verbleib des Neptunbrunnens im Stadtpark ins Leben gerufen und zuletzt mit seinen Mitstreitern im Stadtnorden Autogramme gesammelt.

Es hätten sogar noch mehr Unterschriften werden können, sagt Rudolph auf Anfrage der NZ, wenn die Initiative offensiver geworben hätte. Aber auch so glaubt der 70-Jährige, dass die Stadtpark-Anlieger ihr Ziel erreichen: „Herr Maly hat uns gesagt, dass der Hauptmarkt nicht möbliert wird“, freut sich Rudolph.

Um den Klub „Neptunbrunnen zurück auf den Hauptmarkt“ ist es dagegen zuletzt ruhig geworden, doch noch haben Vereinschef André Freud und seine Mitstreiter keineswegs aufgegeben. „Wir wollen in öffentlichen Veranstaltungen unser Anliegen vorstellen.“ Zudem möchte sich der Verein parteipolitisch breiter aufstellen; da Freud ebenso wie Thiel CSU-Mitglied ist, sei die Gruppe zu Unrecht mit einer politischen Richtung identifiziert worden, sagt Freud.

Der Neptunbrunnen stand zwischen 1902 und 1934 auf dem Hauptmarkt und wurde dann wegen der jüdischen Herkunft des Stifters Ludwig Gerngros von den Nazis entfernt. Mit der Anbringung einer Informationstafel am Brunnen im Stadtpark, die die historischen Hintergründe erhellt, ist Freud nicht zufriedenzustellen: „Da könnte dann ja nur draufstehen, dass der Brunnen hier nicht hingehört. Das wäre ein manifester Vermerk des Fehlers.“ Der Verein will Gelder sammeln, um den Umzug des Meeresgottes zu finanzieren. 

Marco Puschner E-Mail

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