Mittwoch, 14.11.2018

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Neonazis fordern Fürther zur Ausreise auf

Rechtsextreme verschicken Hass-Postkarten an Antifaschisten und Kommunalpolitiker - 03.05.2016 06:00 Uhr

OB Thomas Jung und Bürgermeister Markus Braun erhielten ebenfalls die Hass-Postkarten. © Hans-Joachim Winckler


Wie die Sprecherin des Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Ruth Brenner, bei der Mai-Kundgebung auf der Kleinen Freiheit  sagte, fanden „in den letzten Tagen viele Linke und Antifaschisten“ eine solche Karte in ihren Briefkästen, auch ihre eigene Familie. Auf dem angeblichen „Gutschein für die Ausreise aller Überfremdungsbefürworter Richtung Afrika“ steht der von Neonazis gern benutzte Spruch: „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Brenner nennt die zynische Botschaft einen „Versuch der Einschüchterung“, der offenbar rund um den 20. April, Hitlers Geburtstag, abgestempelt und flächendeckend versandt wurde.

Zu den Empfängern in Fürth zählen unter anderem auch Oberbürgermeister Thomas Jung und Bürgermeister Markus Braun (beide SPD). Wie Braun auf Nachfrage sagte, sind auch einige Stadträte betroffen, andere nicht. Eine Logik sei für ihn auf den ersten Blick nicht erkennbar gewesen. Er selbst fand das Schreiben „lächerlich“ und habe es sogleich weggeworfen, doch könne er sich vorstellen, „dass man sich davon bedroht fühlt“.

Ruth Brenner verwies bei der Mai-Kundgebung darauf, dass im April 2015 ein breites Fürther Bündnis aus Nazi-Gegnern auf dem Bahnhofplatz lautstark dafür gesorgt hatte, dass die menschenverachtende Propaganda des Dritten Wegs ungehört blieb. Nun, ein Jahr danach, hätten sich Gegendemonstranten vor Gericht wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt zu rechtfertigen. Es handle sich ausschließlich um jüngere Antifaschisten. 

Birgit Heidingsfelder

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