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Feministen gegen Vegan-Koch Hildmann: Foodporn für Appetit?

Kritik nach Videos als "Vegangsta" durch Blog "Pinkstinks" - 16.03.2015 15:15 Uhr

Satire oder Sexismus? Mit seinen Videos als "Vegangsta" kommt Hildmann nicht überall gut an. © Screenshot / https://www.youtube.com/


"Bitches lick my icecream balls", so schreibt es der Vegangsta auf Facebook. Kein Klischee aus dem GangstaRap lässt Attila Hildmann aus, wenn er den "Vegangsta" im Video gibt. Und dazu gehören auch: Martialische Inszenierung sowie leichtbekleidete Frauen, die das in den Videos zubereitete vegane Essen erotisch zu sich nehmen. Über 3.000 Personen haben bei der Seite des "Vegangstas" schon auf "Gefällt mir" gedrückt.

Doch neben vielen Kommentaren, die sich über die Inszenierung des Vegan-Kochs amüsieren, gibt es auch deutliche Kritik. "Peinlich" und "lächerlich" sind noch die gemäßigteren Vorwürfe, die dort aufgelaufen sind. Besonders an dem Sexismus in den Videos stoßen sich viele Nutzer.

Am Montagmorgen griff dann auch der Blog von "Pinkstinks" die Videos auf und äußerte sich sehr kritisch zu Hildmanns Videos. Besonders überrascht den Autor Nils Pickert dort, dass ausgerechnet ein veganer Koch nun so deutlich mit dem Sexismus anbandelt. "Warum? Wieso hat mich das so überrascht? Wahrscheinlich halte ich Menschen mit veganer Lebensweise für moralisch konsequentere Personen. Ich nenne das den umgekehrten Bewegungsstiftungseffekt."

So kennen ihn die meisten seiner Fans: Attila Hildmann, Koch und Autor mehrerer veganer Kochbücher. © dpa


Auch ein Veganer kann sexistisch sein, so der Text weiter, der gleich mehrere Reaktionen von Hildmann auf vorangegangene Kritik sammelt. "früher oder später gibts nen Rapvideo vom Vegangsta ...und dann gehts richtig los", postete der "Vegangsta" vor einigen Tagen auf Facebook. "Die Hippies hier auf meiner Seite können schön weiter labern, denkt ihr ihr könntet mich aufhalten hahahaha Hab schon bisschen krasseres erlebt als ein paar Internet-Alice-Schwarzers...guck meine Narben an, der Berliner Beton hat mich groß gemacht!"

Doch Hildmann selbst findet ganz andere Worte für das Auftreten, sagt deutlich, dass es sich bei dem "Vegangsta" um eine Kunstfigur handelt. "Ich degradiere als Vegangsta keine Menschen, das wäre Sexismus", so der 33-Jährige. "Mit der Kunstfigur bin ich in der Lage, viele Dinge zu sagen und Tacheles zu reden. Damit verbinde ich zwei verschiedene Welten." Auf der einen Seite eben der harte GangstaRap, auf der anderen Seite der friedliche Veganer. Hildmann will eine Brücke schlagen, Klischees aufbrechen. Der Unterschied zwischen ihm und seiner Kunstfigur? Laut seiner Aussage frappierend groß.

Die Vorwürfe von "Pinkstinks" kann Hildmann nachvollziehen. "Ich freue mich, dass der Blog das Thema aufgenommen hat - das macht den Vegangsta bekannter." Die beschriebene Szene mit dem Eis? "Siehst Du jeden Tag im Sommer auf der Straße", so Hildmann. "Ich würde die Videos nicht als Satire bezeichnen. Es sind viele Sachen, die ironisch und mit einem Augenzwinkern zu nehmen sind - und nicht bierernst."

Das Ziel des "Vegangstas" ist dabei, eine neue Gruppe anzusprechen, das Thema Veganismus und dessen Kern für Kinder und Jugendliche aufzubereiten. Im nächsten Video des "Vegangstas" will Hildmann mit dem nächsten Klischee brechen: Ein tätowierter Muskelmann soll dort kleine "süße" Proteinkügelchen essen.

"That's foodPORN motherfucker", wie es der "Vegangsta" bei Facebook schreibt.

Die Kunstfigur selbst hat längst ihre ganz eigene Antwort zum Artikel von "Pinkstinks" gefunden:

 

  

bb/tok

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