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Kein Geld mehr: Kopp-Verlag stellt News-Portal ein

Betrieb zu teuer - Beliebte Informationsquelle für Verschwörungstheoretiker - 18.04.2017 18:54 Uhr

Wer wissen möchte, wie der aktuelle Stand der Medizin in Sachen Kopftransplantationen ist, wie gefährlich Chemtrails sind, wie man sich gegen Entführungen durch Außerirdische wehrt, was Wladimir Putin wirklich will (Spoiler: Er will sich nur gegen die Osterweiterung der Nato wehren) und warum Impfstoffe Massenvernichtungswaffen sind, der kommt am Kopp-Verlag nicht vorbei.

Der vom ehemaligen Stuttgarter Polizisten Jochen Kopp gegründete Verlag vertreibt quasi das komplette Rundum-sorglos-Paket für den ambitionierten Verschwörungstheoretiker von Welt (Slogan: "Bücher, die Ihnen die Augen öffnen") und macht dabei auch vor rechten Verschwörungstheorien nicht Halt.

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Auch online lieferte der Verlag seit einiger Zeit auf seinem eigenen Nachrichtenportal alternative Fakten aus jedem Lebensbereich und erreichte dabei in Spitzenzeiten bis zu 600.000 Seitenbesuche täglich - zumindest bis zum 10. März. Seit einem Artikel, der sich gegen den "Rufmord" durch einen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit dem Titel "Auf dem Heimatplaneten für rechtsextreme Ufologen" wehrt, ist weder auf dem Portal, noch auf der zugehörigen Facebook-Seite etwas passiert. 

Auch wenn bereits nach kurzer Zeit zahlreiche Verschwörungstheorien das unangekündigte Ausbleiben der Nachrichten zu erklären versuchten, war der eigentliche Grund für Kopp-Verhältnisse erstaunlich profan: Es geht ums Geld, wie der Verlag in einer im Netz kursierenden Stellungnahme schreibt:

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"Obwohl das Interesse an Kopp Online überwältigend groß war (...) hat uns leider die Unterstützung unserer Leser gefehlt. Trotz zahlreicher Aufrufe haben wir in den vergangenen 12 Monaten nur 6.000 EUR an Spenden erhalten. Das reicht nicht einmal um die Seite eine Woche lang in der gewohnten Qualität zu betreiben.

Auch die Unterstützung durch Buchkäufe ging, trotz zunehmender Leserzahl, immer weiter zurück. Ganz offensichtlich hat der weitaus größte Teil unserer Leser lieber einem amerikanischen Großkonzern seine Unterstützung durch Buchkäufe zukommen lassen.

Da auch der Kopp Verlag, seine Mitarbeiter und Autoren ihre Arbeit auf Dauer nicht verschenken können, wurde dieser Schritt leider unausweichlich." 

cu

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