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Peter Draisaitl über seine Zeit bei den Ice Tigers

Gute und schlechte Gedanken für den Heimweg - 14.03.2012 20:15 Uhr

Bei den Ice Tigers hatte er die Chance gesucht, sich an der Bande eines Teams der Deutschen Eishockey-Liga wieder ins Gespräch zu bringen und eine undankbare Aufgabe vorgefunden. „Es war ein seltsames Gebilde, das ich so in meiner Karriere noch nicht erlebt habe“, spricht der scheidende Coach über die Mannschaft, die er in Franken trainierte.

Zu viele Häuptlinge und zu wenige Indianer, oder umgekehrt? Diese Frage kann der 46-Jährige nicht beantworten. „Es war das richtige Angebot zum richtigen Zeitpunkt von einem renommierten Klub“, blickt Draisaitl auf den 26. September des vergangenen Jahres zurück, an dem er die Ice Tigers übernommen hatte. „Leider hat es nicht funktioniert.“

Nachkarten oder Jammern möchte der Mann, der bei Olympia 1992 in Meribel den berühmtesten Penalty der deutschen Eishockeygeschichte geschossen hat, nicht. Das wäre nicht sein Stil, und Stil bewies der Coach zweifellos. Über die Gründe des sportlichen Scheiterns verrät er nur so viel: „Es war ein weites Spektrum.

Feuer, Eigeninitiative, ein innerer Reinigungsprozess hat komplett gefehlt.“ Dennoch betont er auch: „Es gab sehr gute Charaktere in der Kabine, aber die haben es nie geschafft, das Team hinter sich zu bringen.“

Keine Play-offs, kein neuer Vertrag

Draisaitls Vertrag in Nürnberg läuft aus, neue Angebote hat er noch nicht. Chancen auf eine Verlängerung seines Engagements in Franken hätten nur bestanden, wenn er die Play-offs erreicht hätte.

Das misslang, und deswegen wird aller Voraussicht nach der derzeitige Düsseldorfer Trainer Jeff Tomlinson – auch wenn eine Bestätigung noch auf sich warten lassen wird – den Job in Nürnberg übernehmen. Mit einem neuen Kader und ambitionierten Zielen.

Nicht in der Endrunde zu stehen, ist einer der Punkte, die Draisaitl mit am meisten wurmen. Als Aktiver verpasster er nur mit Essen die Play-offs, die wichtigste Zeit in einer Eishockey-Saison. Auch mit Nürnberg hätte er gerne um etwas gespielt. Und sei es gegen den Abstieg. So einen sieht die DEL aber nicht vor.

Für Nürnberg gab es nur die Option, die Saison irgendwie zu Ende zu bekommen. „Die letzten Wochen waren die schrecklichsten in meiner sportlichen Karriere“, skizziert Draisaitl. Nach oben ging nichts, nach unten konnte nichts passieren. Aber wie hätten sich diese launischen Ice Tigers wohl im Abstiegskampf geschlagen? „Es wäre interessant gewesen, was wir aus der Mannschaft herausbekommen hätten,“ findet Draisaitl. Vielleicht ist es aber ganz gut, dass er diese Erfahrung am Donnerstag nicht mit auf den Weg nach Köln nimmt. 

Florian Jennemann

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