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Medien: EM 2024 in Deutschland auf Kosten der Steuerzahler

Bundesregierung soll Uefa Steuerfreiheit für Zuschlag in Aussicht stellen - 23.03.2018 11:48 Uhr

Die Bundesregierung will die Fußball-Europameisterschaft 2024 nach Deutschland holen - und lässt sich dafür viel einfallen. Von Seiten des Bundesfinanzministeriums soll ein Angebot für erhebliche Steuerleichterungen zugunsten der UEFA bestehen. © Kay Nietfeld


Nach der WM 2006 will die Bundesregierung mit der Europameisterschaft 2024 das nächste Fußball-Großereignis ins eigene Land holen. Wie der Focus berichtet, sollen die Bewerbungsunterlagen, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bis zum 27. April bei der Uefa einreichen muss, auch große Zugeständnisse der Politik enthalten. Das Nachrichtenmagazin berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, dass der DFB dem europäischen Fußballdachverband die Erlassung der Einkommens- und Körperschaftssteuer in Aussicht stelle, sollte der Zuschlag und damit die Ausrichtung des Turniers an Deutschland gehen.

Steuerfreiheit im "besonderen öffentlichen Interesse"?

Gegenüber dem Focus bestätigte der neue Parlamentarische Staatsekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer, die angebotene Steuerbefreiung. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte dem Blatt außerdem, dass das Einkommensteuergesetz eine Steuerbefreieung in Ausnahmefällen vorsehe, "wenn dies im besonderen öffentlichen Interesse liegt". Ein derartiges Interesse bestehe im Zusammenhang mit international bedeutsamen Ereignissen, "um deren Ausrichtung ein internationaler Wettbewerb stattfindet".

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Aus 14 wurden 10! Das Nürnberger Stadionachteck war auch in der Verlosung, als es darum ging die zehn besten Stadien auszuwählen, die bei der EM 2024 zu Spielorten in Deutschland werden sollen. Geschafft haben es aber zehn andere - die sich nun, wo der DFB den Zuschlag erhalten hat, auf das Großturnier freuen dürfen.


Derzeit muss sich Deutschland in der EM-Ausschreibung nur noch gegen Mitbewerber Türkei durchsetzen. Eine Bewerbung für eine gemeinsame Ausrichtung der "nordischen Länder" Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark zogen die Landesverbände im Februar 2017 aber  zurück, nachdem der norwegische Fußballverband (NFF) erklärt hatte, das Land verfüge nicht über die benötigten Stadien.

Gemischte Gefühle in der Politik?

Von Seiten der Politik gibt es für die Pläne der Großen Koalition Zustimmung, aber auch Kritik. Der Bundestagsabgeordnete und Finanzexperte Fritz Güntzler (CDU) begrüßte die geplante Steuerbefreiung laut des Medienberichts, weil die EM ohnehin "ein zweites Konjunkturprogramm" sei. Frank Schäffler von der FDP, im Bereich Finanzen ebenfalls bewandert, hinterfragte jedoch kritisch: "Was soll der normale Steuerzahler denken, wenn die reiche Uefa keine Steuern bezahlen muss?" Die Bundesregierung kritisiere selbst Steueroasen auf der Welt, mache die Uefa aber selbst zu einer. "Peinlich", findet Schäffler das. 

tn

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