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Postgebäude fällt

Investor Haupt will Hotels am Hauptbahnhof - 07.12.2014 19:49 Uhr

Die ehemalige Hauptpost und das Nachbargebäude aus den 1970er Jahren (rot markiert) sollen abgerissen werden. Der Rundbau oben ist denkmalgeschützt, aber er ist marode und wird entkernt. © FOTO: Oliver Acker, www.digitale-luftbilder.de


Genau 20 Jahre schon steht der dominante Gebäudekomplex am Bahnhofsplatz leer. Hier war einst die Oberpostdirektion angesiedelt, hier sortierten Briefträger ihre Sendungen. Doch dann herrschte lange Stillstand. Im vergangenen Jahr hat die Grünwalder Immobilien-Holding Hubert Haupt den Komplex an prominenter Stelle gekauft (wir berichteten). Damit dort gute Architektur entsteht, wird der Investor 2015 einen Architektenwettbewerb ausschreiben.

Wie das Postgebäude mit den Rundbögen im Erdgeschoss seit 1934 aussieht, haben übrigens die Nationalsozialisten bestimmt. Als sie ’33 die Macht übernommen hatten, verpassten sie dem mit einem modernen Flachdach geplanten Stahlskelettbau das Walmdach und die schwere Steinfassade.

Jetzt geht es dem siebenstöckigen Eckhaus und seinem jüngeren Nachbarn an den Kragen. Die Haupt-Holding will in dem Neubau zwei Hotels unterschiedlicher Kategorie, eventuell ein Kongresszentrum sowie Gastronomie und Läden ansiedeln. Die Postbankfiliale und die Schließfächer sollen dort bleiben, das wünscht sich die Post.

Der Bahnhofsplatz vertrage durchaus einen städtebaulichen Akzent, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Stadtplanungsausschuss am 18. Dezember. Auf der Basis einer Studie soll vor dem Wettbewerb unter 15 Architekturbüros allerdings festgelegt werden, wie hoch und wie groß der Neubau ausfallen darf.

Ein sorgfältiger Umgang mit dem historischen Umfeld und dem denkmalgeschützten Rundbau sei gewünscht, heißt es in der Vorlage. Letzterer ist allerdings bereits so weit heruntergekommen, die Statik ist nicht mehr zu sanieren, so dass er zum Teil entkernt werden darf. Unangetastet sollen lediglich die Fassade, die Treppenhäuser und die Dachform bleiben.  

CLAUDINE STAUBER

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